Zusammensetzung des Glases.
30
- Als vereinzeltes Beispiel enthält andererseits endlich das deutsche
Fensterglas Nr. 10 auf 1 Natron nur 0'86 Kalk.
Das fast durchgängige Ueberwiegen des Kalkgehaltes, und einige andereUmstände, ließen mich bei aus spärlicher vorliegendem Materials gezogenenSchlüssen s. Z-1) annehmen, das Normalverhältniß der beiden Basen sei etwa
Natron 1 ^der, ^ Aequivalenten ausgedrückt, das von 5 N a 0 auf 7 0 a 0.
Kalk
1-25
Weitere Untersuchung neuerer mustergiltiger Glasproben lassen indeß vermuthen,daß hier der Kalkgehalt noch zu hoch gegriffen worden, da gute Hütten, dienoch vor 5 bis 6 Jahren dem obigen Verhältnisse sehr nahe stehendes Glas ge-schmolzen, neuerdings weniger kalkreiches Product liefern, obgleich das Gemengezu solchem theurer. So zeigte, um ein Beispiel anzuführen, das Glas der Rhe-nania zu Stolbcrg bei Aachen in den Jahren 1866 bis 1871 die folgenden Zu-sammensetzungen i):
8102
NaO
6a 0
80»
Verhältniß
Natron
Kalk
1 .
Im Jahre 1866
71-56
12-97
1327
1-29
—
— 1— 602
2.
"
„ 1867
7203
1141
14-07
2-45
014
1
624
3.
"
„ 1869
72-42
12-71
1381
0-93
0-14
1
609
4.
"
„ 1870
72-34
1335
1297
1-24
Spur
1
ÖB7
5.
"
„ 1871
7197
1333
12-84
1-77
Spur
1
ÖB6
Will man dem in der letzten Columne angeführten Verhältnisse der Baseneinen Ausdruck in Aequivalenten geben, so findet man:
NaO ^ 1 5Ng,0 ^ 1 3XaO ^ 1 5XrrO 1
OaO ^ 0-90' 6 0a0 608' 4 0a0 ^ 623' 7 0a0 ^ 626
Für die Mehrzahl moderner Tafelgläser liegt dann das Verhältniß von Natronzu Kalk zwischen dem durch NaOOa.0 und 5Ra0 6 0a0 ausgedrückten.
Siegwart, der, 1. o., die Frage über die dem Glase zu gebende beste Zu-sammensetzung neuerdings wieder zur Sprache gebracht, spricht sich entschieden fürdas schon von Dumas als sehr häufig vorkommend bezeichnete Verhältniß gleichcr
i) „Normalconstitution". 2 ) Nr, 1 nach meiner Analyse: „Normalconstitutionbleifreien Glases" S. 18. Nr. 2 bis 5 nach Siegwart: „Beiträge znr Glastechnik",Dingler's Journ. 205, 39.