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und ihre, doch sicher als höchst wichtig erkannte, Zusammensetzung und Anfertigung,obgleich schon in alter Zeit der Hafenbau einen stehenden Bestandtheil der laufendenHüttenarbeiten bildete, so gut wie nichts aufgezeichnet finden. Als auf der Hütteauszuführende Arbeit wird die Anfertigung der Schmclztiegel (alias) schon vonTheophilns erwähnt, von dem wir indeß nicht mehr erfahren, als daß dieHäfen zu seiner Zeit mit einem oben nach innen eingebogenen Rand angefertigtwurden i).
Form und Größe der Häfen scheinen in alter Zeit sehr verschieden gewesenzusein. Agricola's krugförmige Häfen sind noch nur circa 0'6 in hoch 2 ), und auchdie Illustrationen zu Kunckel's tl.ro vitriaria weisen nur kleine ausgebauchtkrugförmige, sowie den dreikantigen „hessischen Tiegeln" ähnliche Schmelzgcfttßeauf, wie solche beisteheude Skizzen erkennen lassen (Fig. 7, 8, 9 und 10).
Ng. 7. Fig. 8. Ng. 9. Fig. 10.
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Später wird die Form des umgekehrten abgestumpften Kegels (Fig. 11)immer gebräuchlicher, ohne indeß andere gänzlich aus dem Gebrauche zu ver-drängen, wie dann noch Hochgesang ^), als unterAnderem auf der Hohlglasfabrik auf dem Geclbergeim Gothaischen in Gebrauch, Häfen von viereckigemQuerschnitte beschreibt, für deren früher häufigeresVorkommen auch die Bemerkung Leng's (1832)spricht: „viereckige Schmelzhäfcn kommen fast nurnoch beim Guß der Spiegelgläser vor." Doch auchzu dem letzterwähnten Zwecke kamen die kasten-förmigen viereckigen Häfen schon in der ersten Hälfteunseres Jahrhunderts ab, und sind daher zur Zeitnur noch zwei Formen offener Häfen im Gebrauchegeblieben, nämlich Häfen mit kreisrundem undsolche mit mehr oder weniger elliptischem Horizontalschnitte, beide nach dem Bodenzu verjüngt, damit, werden im Schmelzofen, Raum und Wärmeersparniß halber,die oberen Hafenränder einander, sowie der inneren Ofenwand, bis zur Berüh-rung genähert, der Ofenflamme unten Raum bleibe, den Hafen zu umspielen.
Die Ansichten darüber, ob der runde oder der elliptische Hafen vorzuziehen,sind bis auf den heutigen Tag getheilte. Auf der einen Seite wird für den letz-teren angeführt, daß er, bei gleicher Raumerforderniß auf der Bank im Ofen,eine größere Menge Glas zu fassen vermöge, auf der anderen Seite dagegen
r) Divers, artinm sclrscinla (Ed. Jlg. Wien, Braumnllcr, 1874) Z, 5.2 ) Ds rs Metallica c. 12.
ch Historische Nachricht von Verfertigung des Glases: Gotha 1780.
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