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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Raumdisposition in älteren Oefen. 117

nebst zugehörigem Motor, Zugaben, die Bellford's Oefen in Anlage, wieUnterhaltung, unter gewöhnlichen Umständen zu kostspielig werden lassen.

Das in den lctztbesprochencn Ofensystemen bereits deutlich zu Tage getreteneStreben, auch in den Glasöfen intensivere Verbrennung, und hiermit höhere Tem-peraturen, bei möglichster Oeconomie an Brennmaterial, zu ermöglichen, hat inneuester Zeit die Gasheizung immer mehr und mehr um sich greifen lassen; ehewir zur Besprechung der letzteren übergehen, sei hier aber noch in Kürze der Größeder Schmelzöfen und der Raumvertheilung in denselben bei dirccter Heizung Er-wähnung gethan, wegen der theoretischen Auseinandersetzungen und Vorbegriffeüber die Brennmaterialien und ihre Verwerthung aber, auf die betreffenden Spe-ciälwerke, so Schinz's „WärmcmeßkunfG (Stuttgart 1853) verwiesen.

Von durchdachter Construction, in Beziehung auf den Hcizefsect, kann beider Feuerungsanlage älterer Oefen nicht die Rede sein, gehört doch die Heizungs-kunde zu den erst in neuerer Zeit wissenschaftlich bearbeiteten Gebieten der ange-wandten Physik; auch gehörte Brennmaterialöconomie nicht zu den Aufgaben, diesich die alten Hütten gestellt, das beweisen die unverhältnißmäßig großen, mit mög-lichst ungünstiger Luftzufuhr versehenen, Herzräume Agricola-Kunckel'scher undanderer gleichzeitiger Holzöfen zur Genüge. Gegen Ende des vorigen Jahrhundertstreten neben letzteren dann aber auch schon Oefen auf, die den weiten Heizraumzur Schürgrube zusammengezogen ausweisen, und in deren Vorwandgestell, oder,wie z. B. in den „französischen Oefen der Normandic", dem den festen Boden derSchürgrube ganz oder theilwcise ersetzenden Roste, das Streben zu Tage tritt, dasBrennmaterial in geeigneter Weife mit der erforderlichen Luft, über deren Quan-tum man sich indeß Rechenschaft zu geben weder vermochte, noch bestrebt war, zuversorgen. Loyfel in feinem mehrcrwähntcn „Lssai" ist, meines Wissens, dererste, der bestimmte Maße der einzelnen Ofentheile angiebt, die geeignet, einer Be-urtheilung zu Grunde gelegt zu werden. Er empfiehlt, für Holzöfen zu 6 Häfenvon circa 85 vm oberem Durchmesser, der Schüre, die den Ofen in feiner ganzenLänge durchsetzt, über der Sohle 40, in der Höhe der Bank 95 am Weite, beieiner Tiefe von 75 orn zu geben, und macht die Ocsfnungen im Vorwandgestellso groß, daß sie in Summa 0'15 gm im Lichten besitzen.

Einer aufmerksamen Empirie, die den alten Hütten nicht abzusprechen ist, konntenicht entgehen, daß bei Vergrößerung oder Vermehrung dieser sehr beschränktenLuftzuzüge der lästige Rauch vermindert wurde und die Temperatur der Oefenstieg, und so versieht dann auch bereits der ungenannte, mathematisch geschulte,deutsche Bearbeiter der „LssaikO seinen Ofen mit Rosten, die, bei sonst unver-änderter Loysel'scher Ofeneinrichtung eine Gesammtoberflächc von 0'13 ^inhaben, und steigert hierdurch die Größe der Eintrittsöffnungen für die Luft inRosten und Vorwandgestell auf in Summa 0'22 gin i). Der bedeutende Erfolg,den er hierdurch erreicht, da er durch solche Abänderung jährlich nur 27000 Ctr.

i) Charakteristisch ist hier Loysel's Vorschrift für die Größe der Lustzuzüge:„man macht sie Anfangs groß genug, und verkleinert sie so lange, bis man den rechtenPunkt getroffen hat." (Deutsche Ausgabe v. 1802, S. 153.)