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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Rosten der Steinkohlenöfen.

kommt. Es ist daher bei derartigen Oefen nur zu bedauern, daß der freie Raumder Rosten, bedingt durch das ungefüge Material, aus dem letztere hergestellt, inso wenig genügender Weise über den Schürenboden hin vertheilt ist.

War man nun auch auf dem Wege der Empirie bei Holzschüren allmälig zuResultaten gelangt, die, soweit es sich um das richtige Quantum zugeführter Lufthandelt, als recht befriedigende bezeichnet werden dürfen, so ist es erklärlich, daßdieses bei der weit schwieriger zu behandelnden Kohle nicht in dem Maße gelang.Ueberblickt man die Angaben verschiedener Autoren über geeignetste Schichthöheund Rostgröße für Steinkohlenfeuerung der Glasöfen, so findet man Werthe, diedem Anscheine nach unvereinbar; so recommandirt Flamm i), für mit langerFlamme brennende Kohle eine Schichthöhe von 5 bis 8 om, für solche, die nurkurze, wenig leuchtende Flamme giebt, 20 bis 30 om, während Andere, so z. B.Graeger^) meinen, die „angemessenste Schichthöhe für Steinkohlen" betrage 45bis 65 ein. Geht man dann aber, wo solches, wie z. B. bei Flamm, möglich,näher auf die betreffenden Daten ein, so sieht man, daß die geringe SchichthöheFlamm's allerdings eine für Kohlenfeuerung geeignete, nur im Glasofen nichtam Platze ist, da bei ihr „extensive oder vollständige" Verbrennung mit über-schüssiger Luftzufuhr, und durch letztere sehr wesentlich hinabgedrücktem Heizeffect,stattfindet. Bei dieser Art der Verbrennung ist nach Schinz die geeignetsteSchichthöhe für Steinkohlen 7'5 om und sind für pr. Stunde zu verbrennende1 LZ Kohle 0'01 gin Rost erforderlich. Diesem Verhältnisse entspricht dannauch der Rost eines der von Flamm als Beispiele aufgeführten Oefen, eines Fenster-glasofens zu 6 Häfen, der zur Schmelzung von circa 5000 LZ Glas in 30 Stun-den 6500 Kohle consumiren soll. Bei extensiver Feuerung würde die hier

somit stattfindende Verbrennung von — 217 Kohle pr. Stunde an

Rost verlangen: 217 X O'OI — 2 17 gm, und beträgt die factische Größe desdurch die Länge des Flamm'schen Ofens durchgehenden Rostes 2'30 x 0'89 —2'05 gin. Aehnlich verhält sich, in Beziehung auf die Heizung, ein andererTafelglasofen, dessen Maße Flamm mittheilt, doch ist in diesem die Rostgrößebeträchtlicher, und in Folge dessen dann auch der Kohlenconsum pr. 1 LZ Glasgrößer.

Vergleicht man mit den von Flamm aufgeführten Angaben diejenigen, dieBontemps^) für einen Fensterglasofen zu 8 Häfen giebt, so zeigt sich das Ar-rangement nahezu gleich.

Die Häfen des Ofens, aus denen pr. Schmelze 1920 Tafelglas ausge-arbeitet werden, fassen bei einem cubischen Inhalt von 1'5 ostm, 3200 LZ Glas,das mit 4500 Kohle geschmolzen und ausgearbeitet wird, also pr. 1Glas 1'4 LZ Kohle. Die Schmelze dauert 30 Stunden und ist somit derdurchschnittliche Kohlenconsum des Ofens pr. Stunde 150 Lg. Bei einer Schicht-

1) üs vsrrisr ein XlX^mo sltzglg (knris 1863), xag. 145.

2) Graeger, A.: Handbuch der Glasfabrikation (Weimar 1863), 1, 158.

3) Oaiäs än vsrrisr (üaris 1868), xaZ. 250 st 394.