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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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142 Siemens' Regeneratoren.

terscheidungsmerkmal seiner Oefen bilden, in beide Arme der Gas- wie der Luft-zuleitung des Ofens ein.

Die abgehenden Ofcngase, genöthigt, auf ihrem Wege zum Kamin, die mitsolchem Steinnetzwcrk gefüllten Erweiterungen der Leitung zu durchstreichen, geben,bei der sich ihnen darbietenden großen Oberfläche des letzteren, den größten Theilihrer Wärme an dasselbe ab, und entweichen, beim Abgang aus dem Schmelzraumeweißglühend, aus den Regeneratoren in den Kamin tretend, mit einer Temperatur,die bei den ältesten Oefen, mit ihren kleinen Regeneratoren, noch circa 700»betrugt), bei den neueren sich auf nur 150 bis 200" erhält. Streichen nun,nach ersetztem Umstellen der Wechselklappen, Gas und Luft, vor ihrem Einkittein den Ofen selbst, durch die bei der vorhergehenden Stellung von den abgehendenOscngascn erhitzten Regeneratoren, so giebt das Steinnetzwerk der letzteren dieaufgenommene Wärme an sie wieder ab, es erfolgt sonnt hierdurch, einebis aufdie unvermeidlichen Betriebsverluste vollständige, Uebertragung der Wärmeder verbrannten auf die zu verbrennenden Gase, und wird, da letzterederartig vorgewärmt, in den Schmelzraum mit einer der seinen nahestehendenTemperatur eintreten, fast die ganze, sehr beträchtliche, zur Aufheizung der Gene-ratorgase bis auf Schmelzraumtemperatur erforderliche Quantität Brennmaterialdurch die Regeneratoren erspart.

Meist legt Siemens seine Regeneratoren direct unter den Schmelzofen selbst,und läßt in ihnen den Gasstrom dann auf- resp. absteigen. Bei dieser Dispo-sition ist eine nicht unbeträchtliche Höhe der Sohle des Schmelzraumcs über demFundamente unvermeidlich. Wo solche Höhe, wegen localer Bedingungen, nichtzulässig, werden an Stelle der aufrechten, „stehenden, liegende" Regeneratorenbenutzt, in denen die Richtung der Gasströme in der Horizontalen liegt, undwerden auch mit diesen völlig befriedigende Resultate erlangt.

Gesammtanordnung des Siemens'schen Ofens. Nachdem im Vor-stehenden die einzelnen Theile des Siemens'schen Regcnerativ-Gasofcns besprochenund ihre Wirkungsweise erläutert, wenden wir uns nunmehr dem Ofen als ein-heitlichem Ganzen zu, und verfolgen seine Einrichtung zunächst an einem Hohl-glasofen mit stehenden Regeneratoren, dessen Gas- und Luftleitung der beistehendeHorizontalschnitt circa 0'3 in über Fundamenthöhe geführt, wiedergiebt (Fig. 56).

Der hier sichtbare Kanal K zunächst, mit seiner Verzweigung nach A und «ist das den: Ofen zugekehrte Ende des Kaminkynals, das bei ^4 mit dem offenenunteren Ende des Gas-, bei « mit demjenigen des Luft-Wechselklappenrohes com-municirt. Mit diesem Rohre steht dann über A, in oben beschriebener Weise,der vorn Generator kommende Gaskanal in Verbindung, und wird aus diesem, jenach Stellung der Klappe das Gas durch den einen der Seitcnansätze des kreuz-förmigen Rohres nach L oder L' geleitet, wobei im ersteren Falle L' im entgegen-gesetzten Z mit dem Kamine in Communication kommt. In derselben Weisewird bei « die, durch das obere, freie Ende des Rohrkreuzes der Luftwechselklappe

1) Hennecart: Dingler's Journ. 202, 417.

2) Siemens: Regenerator-Gasöfen. Dresden 1869, S. 10.