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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Literatur über Siemens' Oefen. 153

Fig. 62 sind kleine, die Außenwand des Ofens durchsetzende, Löcher, zum Vor-wärmen der Pfeifen bestimmt.

Literatur über Siemens' Oefen. Kaum war das Siemens'scheGasheizungssystem in die Praxis eingetreten, so erregte dasselbe, namentlich inEngland und Deutschland, das größte Aufsehen. Faraday beschrieb die Regene-rativ-Gasheizung in der „Ro^ai Institution" im Juni 1862 und beurtheilte siesehr günstig, ebenso Armstrong, der in der Angnstversaimnlung desselben Jahresder „britischen Gesellschaft", Siemens' Oefen als „Mittel gegen die Kohlenver-schwendung mancher Industriezweige" recommandirte. Auf der Londoner Aus-stellung des Jahres 1862 wurde der Ofen dann auch prämiirt.

In Deutschland wiesen ziemlich gleichzeitig mit den Engländern, Fr. Knapp Iund Schecrer?) empfehlend auf die, von ihrem Erfinder in einer kleinen Schrift")beschriebene, neue Art der Gasheizung hin. Aber auch an Gegnern sollte es nichtfehlen, und so kritisirte namentlich Schinz^), der, wie bekannt, selbst wenigeJahre vorher mit einem mit Gas zu betreibenden Glasschmelzofen hervorgetreten,das Siemens'sche System höchst ungünstig, und verwarf die mit Regencrativ-Gasheizung versehenen Glasöfen vollständig. Bei seiner Kritik dienten ihm diebei der ersten Einführung derartiger Oefen auf der „Dresdener Glasfabrik" ge-wonnenen Mißerfolge als Belege aus der Praxis, und bestätigten zunächst schein-bar seine Ansichten; aber auch später, als die an den frühesten Siemens'sehenOefen hervorgetretencn Uebclständc bereits im Wesentlichen besiegt waren, unddie bedeutendsten Glasfabriken sich dieser Art der Heizung von Jahr zu Jahr mehrzu bedienen begannen, blieb Schinz ein conscqncnter, durch keine Erfahrungen zuüberzeugender, Gegner derselben. Zunächst trat auf Schinz's Angriffe hinBostius b) vertheidigend für das neue Heizungssystem ein, rief aber hierdurchnur einen erneuten Angriff Schinz's hervor"). Heeren sorgte dann für Ver-breitung genauerer Kenntniß des in Rede stehenden Apparates, und beschrieb dieEinrichtung der einzelnen Theile des Sicmens'schen Ofens, dessen Gesammtein-richtung an einem Spiegclglasofen der Glaswerke zu St. Helem auseinander-gesetzt wurde, in einem, sich im Wesentlichen an die oben angeführte BrochüreSiemens' anlehnenden, längeren Aufsätze I.

Etwa von 1865 an finden dann Siemens' Gasöfen, die bis dahin haupt-sächlich erst in England festen Fuß gefaßt, auch auf dem Continente, namentlichin Deutschland und Frankreich, stets fortschreitende Verbreitung. In St. Gobinwird in ihnen, im Vergleiche mit den früher daselbst benutzten Oefen mit directcrFeuerung, nach Morin") eine Brennmaterialcrsparniß von 30 bis 40 Proc., in

Z Wagner's Jahresber. über die Fortschritte der chem. Technologie 8 <1862), 782,nach: Journ. f. Gasbel. 1862, S. 437 und Berg- und Hüttenmänn. Zeitung 1862,S. 273.

2 ) Ebendaselbst.

") On s, rsASnsrativs turnavs, LirminAlnrin 1862.

I Dingler's Journal 166, 270.

5) Dingler's Journal 167, 283.

") Dingler's Journal 167, 439.

?) Polytechn. Centralbl. 1864, S. 247, nach Hannöv. Mittheilungen 1863, H. 1.

ch Wagner's Jahresbericht 10 (1864), S. 727 nach: Ksvns univsrs. 8. 5. liv. 382.