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Das Auftempern des Ofens.
Das Auftempern des Ofens und der Häfen, sowie das Hafensehen.
Welcher Art auch die Einrichtung sei, die man dem Schmelzofen gegeben hat, darfderselbe, fertig gebaut, nicht unmittelbar den zum Betriebe erforderlichen hohen Tem-peraturen ausgesetzt werden; Formsteine wie Mauerung müssen zunächst vorsichtig aus-getrocknet, dann ganz allmälig aufgewärmt, „aufgctcmpcrt" werden, sollen sie nichtreißen und schadhaft werden. Es werden daher, bei Oefen mit directcr Feuerung,zunächst die Ocffnungcn des Rosts mit Lehm verschmiert, und auf der hierdurchhergestellten festen Sohle der Schürgrube, unter den Tonnengewölben, zu beidenSeiten des Ofens, schwache Rauchfeucr angemacht, mit der allmäligen Verstärkungderselben aber so langsam fortgefahren, daß erst nach Verlauf von 10 bis 14 Tageninnerhalb des Ofens eine gleichmäßige Temperatur von circa 100" herrscht.Aeltere Hütten bauten, um eine zu rasche oder ungleichmäßige Erwärmung mög-lichst zu verhüten, sogar häufig zu beiden Seiten der Schürgrube, vor die Tonnen,noch 3 bis 4 na lange Kanäle („Füchse") an, und begannen in diesen das Heizenzunächst am äußeren Ende. Ist eine über dem Siedepunkte des Wassers liegendeTemperatur allmälig erreicht, und hat solche die Masse der Mauerung bis zu einergewissen Tiefe durchdrungen, so kann nun das Feuer etwas rascher verstärktwerden; da aber jetzt die gefährlichste Periode für den sich allmälig erwärmendenOfen beginnt, in der einerseits, eine rascher fortschreitende Ausdehnung aller Steineeintritt, und bei unvorsichtigem Schüren Steine wie Mauerung leicht reißen, an-dererseits aber, der, sich in Folge zunehmender Ofentemperatnr andauernd steigerndeOfenzng auf lebhaftere Verbrennung des eingeführten Brennstoffes hinwirkt, muß,bis etwa Rothgluth erreicht ist, noch die größte Aufmerksamkeit auf das Feuernverwandt, und der begreiflichen Hast der auf baldige Aufnahme des Schmelzcnshindrängenden Arbeiter, der dringend erforderliche Zaum angelegt werden. Istder Ofen erst auf Rothgluth gebracht, und auf dieser ein paar Tage erhalten, sokann nun rascher mit der weiteren Erhitzung vorgegangen werden; die Rosten, inderen Lehmvcrschmierung bereits während der vorigen Periode einzelne Oeffnungengebrochen waren, werden daher jetzt völlig von Lehm befreit, die Tonnen durch dasVorwandgestell geschlossen, und dann der Ofen in gewöhnlicher Weise weiter ge-schärt, auf die höchste erreichbare Temperatur gebracht und, damit die Wärme in dieMauerung gehörig eindringe, einige Tage hindurch auf dieser letzteren erhalten. Istdieses geschehen, so kann zu regelmäßigem Betriebe übergegangen werden, manläßt die Ofentemperatur etwas abfallen, und bringt dann die Häfen in den Ofenhinein an ihre Plätze. Hin und wieder wird der erste Satz Häfen auch wohl, umBrennmaterial zu sparen, mit dem Ofen, indem sie auf ihren Plätzen stehen, auf-getempert; soll indeß feinere Waare geschmolzen werden, so ist solches gleichzeitigesAufheizen von Ofen und Häfen nicht praktisch, da sich in den letzteren unvermeid-lich eine größere Quantität Flugasche ansammelt, die das Glas verunreinigenwürde.
Bei Oefen mit Gasfeuerung, in denen keine Schürgrube vorhanden, wirddas erste Feuer meist in angebauten Füchsen angelegt. Vortheilhaft ist es hier,