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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Das Auftempern der Häfen.

die Mauerung der Füchse, nach dem Innern des Ofens zu, über die von ihrdurchsetzte Wand ein Stück vorstehen zu lassen, damit die aus den Heizkanälen inden Ofen eintretenden, erhitzten Gase, sowie später, die aus ihnen in den Ofenschlagende Flamme, nicht unmittelbar mit einer der Wände in Berührung komme.Siemens' Ofen, bei dem die Mauerung der Regeneratoren und der Glastaschenaus kleinen Steinen hergestellt wird, kann, da solche weniger empfindlich, als diegroßen Formsteine, von der Glastasche aus aufgetempert werden. Erst nachdemder Ofen mittelst directer Feuerung auf helle Rothgluth erwärmt worden, wirddann der Gaserzeuger in Betrieb gesetzt, und erfolgt hierauf die weitere Erhitzungmittelst Gas, zu dessen Entzündung zuerst ein kleines Feuer im Ofen erhaltenwird, und dem, um das Zustandekommen einer zu heißen, klaren Flamme zu ver-hindern , in der ersten Zeit nur ein ungenügendes Quantum Berbrenmmgsluftzugeführt wird. Ist, wie bei Siemens' Oefen durchgängig, das Gewölbe flachund aus Dinassteinen gebaut, so ist der Verankerung desselben, während des Tcm-perns, besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Bis etwa zur hellen Rothgluthdehnen diese Steine sich aus, und muß, zur Vermeidung eines Brechens derAnker oder ihrer Widerlager, solcher Ausdehnung vorsichtig nachgegeben werden;bei weiterem Erhitzen hört die Bolumzunahme der Steine auf, ja es tritt sogareine geringe Contraction derselben ein, und diese gestattet die Ankerschrauben wiederfester anzuziehen, was, namentlich bei Wölbungen von schwacher Mauerstärkc, zurConscrvirung des Gewölbes unbedingt erforderlich.

Das Tempern der Häfen (rsouit, s.ttrsinxs.As äss ^>ots). Wie dasMauerwerk des Ofens, so vertragen auch die, aus ähnlicher Masse gebauten,Häfen eine plötzliche Erhitzung nicht, ohne zu reißen, sie müssen daher, vor demGebrauche, auch erst langsam auf einen der Schmelzofentemperatur möglichst uahekommenden Grad der Erhitzung gebracht werden. Dieses geschieht in besonderenFlammöfen, denTemperöfen" (arollss L pots, pot-ovsn), die bei den älterenOfcnconstructioncn, wie oben erwähnt, meist dem Schmelzofen angebaut waren,und dann durch von letzterem abgehende Wärme geheizt wurden, neuerdings durch-gängig vom Schmelzofen getrennt aufgestellt, mit eigener Feuerung versehen sind.Die Construction der Temperöfen bietet nichts Besonderes, und richten sich diedenselben zu gebenden Dimensionen nach Größe und Zahl der von dem Ofen,behufs vorläufiger Erhitzung, aufzunehmenden Häfen, welche Zahl gewöhnlichzwischen 2 und 6 liegt. Der Temperöfen ist meist viereckig, und mit, der Raum-ersparniß wegen, möglichst flachem Gewölbe abgedeckt; seine Feuerung liegt unterder ebenen Sohle, oder an einer Seite der letzteren, und communicirt im ersterenFalle durch seitlich, oder an der Hinteren Wand angebrachte Feueröffnungen mitdem Inneren des Ofens. Nahe der Sohle, in der der Feuerung gegenüberliegendenWand, angebrachte Oeffnungen, die mit einem Zugkamine in Verbindung stehen,saugen die Verbrennungsproducte aus dem Ofenraume ab, und wird durch ihretiefe Lage für möglichst gleichmäßige Vertheilung der Flamme gesorgt.

Ist die erforderliche Anzahl lufttrockener Häfen, durch ein weites Thor inder Vorderwand, in den Temperöfen gebracht, und jeder Hafen mit seinem Bodenauf drei Thonwürfel von 10 bis 12 ein Seitenlänge derartig aufgestellt worden,