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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
Entstehung
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Fehler im Glase.

schmelzenden Gemenge stark angegriffen werden, ist Material genug zur Bildungthonerdereichercr, somit in ihrer Zusammensetzung von der, des mit den Wändennicht in Berührung gelangten Glases abweichender, Glasschichten geboten; es er-mangelt solche Bildung dann auch nicht einzutreten, und infiuirt, wenn die Ofen-temperatur zu gering ist, um die Gesammtmasse möglichst dünnflüssig zu erhalten,sowie um eine energische Reaction der Gemengcbcstandtheile auf einander, und,in Folge einer solchen, lebhafte Bewegung in der schmelzenden und läuterndenMasse hervorzurufen, und hierdurch die Lösung des, weil thonerdereicheren, auchschwer schmelzbareren und zäheren Glases in dem übrigen zu unterstützen, in derWeise auf das gelieferte Product, daß letzteres, namentlich in dickeren Massen, soz. B. auf dem Schnitte betrachtet, inhomogen, und, einer unvollkommenen Mischungschwacher und gefälliger Salzlösung ähnlich, „wellig" erscheint, oder sich vondünnen mehr oder weniger breiten Bändern, anderes Lichtbrechungsvermögen zei-genden Glases, von „Rampen", durchsetzt erweist. Wie in dem eben angeführtenFalle, und ebenfalls durch Ungleichmüßigkeit in der Zusammensetzung bedingt,tritt das Wellig- oder Rampigwerden des Glases meist auch dann ein, wenn,aus irgend welchen Gründen, der Satz plötzlich geändert, und dadurch mit dem imHafen noch vorhandenen Rückstände einer früheren Schmelze, Glas anderer Zu-sammensetzung vermengt wurde. Besonders geneigt in der angeführten Weife zu miß-glücken, rampig zu werden, sind die Bleigläser, was wohl einestheils in der, durchdas sehr verschiedene specif. Gewicht der das Gemenge bildenden Einzelbestandtheilebedingten, leichten Entmischbarkeit der Gemenge, andererseits aber, in der ingedeckten Häfen, in denen diese Gläser geschmolzen zu werden pflegen, herrschendenniederen Temperatur seine Erklärung findet.

Den eben angeführten, durch ungleichmäßige Composition, oder nicht richtig ge-leitete Schmelze hervorgerufenen Rampen sehr ähnlich,sind die „Arbeitsrampen",deren Hervortreten in der Regel durch zu niedrige Temperatur des Ofens wäh-rend des Ausarbeitens der Glasmasse, gelegentlich indeß auch durch Unge-schicklichkeit oder Unachtsamkeit des Bläsers, bedingt wird. Sie unterscheiden sichvon den der Schmelze entstammenden dadurch, daß in ihnen die abweichende Licht-brechung nicht durch Unterschiede in der Zusammensetzung, sondern durch solche,in der bei ungleichmäßiger Abkühlung größeren oder gerüpgercn Contraction derGlasmasse, hervorgerufen wurde. Auf ihre Entstehung näher einzugehen wird sichspäter, bei Besprechung der Ausarbeitung des Tafelglases Gelegenheit bieten.

Den Rampen der Schmelze nahe verwandt, sind die „Steine", „Tropfen"und „Schlieren", im Grunde drei Bezeichnungen für einen und denselben Fehler,der meist durch das allmälige Abschmelzen und Tropfen des Osengcwölbes her-vorgerufen wird. Wie alle Theile des Ofens, so ist auch das Gewölbe, einer all-mäligen Einwirkung der basischen Bestandtheile des Glasgcmcnges, die von denentweichenden Gasen mitgerissen, oder verdampfend, mit demselben in Berührungkommen, unterworfen. Zunächst glasirt sich unter solcher Einwirkung die innereFläche des Gewölbes, bald aber nimmt die Ansammlung der Glasur, durch wei-teres Abschmelzen der Gewölbesteine, dermaßen zu, daß sie an den geneigtenFlüchen der Steine zu fließen, und an den Steinfugen abzutropfen beginnt. Fälltnun ein solcher Tropfen, unter Mitwirkung des Glases in Fluß gebrachter Ge-