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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Künstliche Steine. Formung.

der Schmelze ist es Vortheilhaft, um Rampen und Schlieren zu vermeiden, dieMasse mehrmals durchzurühren, für bessere Waare, sie auch wohl, um etwaigeGalle möglichst vollständig zu entfernen, in kaltem Wasser abzuschrecken und wiedermnzuschmelzen. Den fertig geschmolzenen Straß läßt man entweder im Tiegellangsam erkalten, oder gießt ihn auf ebene Platten aus, und nimmt die Zertheilung,so weit eine solche nicht schon durch das Reißen beim Kühlen eingetreten, durchZerschlagen mit scharfsinnigen Hämmern, oder, durch Schneiden wie beim optischenGlase vor, bildet auch wohl aus dem gewonnenen Materiale Zapfen und Stäbe,die, durch Feilschnitte eingeritzt, zu rohen Steinen zerbrochen werden. Das form-gebende Schleifen der in einer der aufgeführten Weisen gewonnenen Glasstückchengeschieht zunächst unter Zuhilfenahme von Sand, Schmirgel und Wasser auf einerdurch mechanische Kraft in Bewegung gesetzten, rotirenden Steinplatte, gegen dieder Arbeiter das Glas andrückt, das Poliren in ähnlicher Weise auf einerrotirenden Zinnscheibc, mit Schmirgel, Eisenoxyd (6axnt inortruriu) oder, fürfarblose Steine, auch wohl, an Stelle des letzteren, mittelst Zinnasche undZinkoxyd.

Größeren Steinen, wie solche von vorzüglicher Qualität von Pariser Firmen,so Regat l'ils, Appert und Topart, auch von J.Ruf in Prag, inWienaus-gestellt waren, sowie zu imitireuden Cameen, läßt man, um den Schliff zu er-leichtern und Material zu sparen, meist schon eine vorhergehende Formung durchErweichen und Pressen des zu verarbeitenden Materials zukommen. Aus feinstem,indeß, nach den betreffenden Vorschriften, ungcschlämmtcm Tripel, den man mitWasser anfeuchtet, und zu einer möglichst gleichförmigen, ballenden Masse mit denHänden durcharbeitet, stellt man sich eine Matrize des nachzubildenden Gegen-standes dar, indem man einen passenden, starken eisernen Ring auf eine ebeneFläche legt, ihn mit dem angefeuchteten fest eingedrückten Tripel füllt, und dieOberfläche des letzteren ebnet. In diese Füllung drückt man alsdann das nach-zubildende feste Modell, so tief als erforderlich, ein, beseitigt den hierdurch überden Ring ausgetretenen Theil des Tripels, lüftet das Modell mit einer Nadel,und entfernt es, durch Umkehren der Form, und leichtes Anschlagen an den die-selbe einschließenden Eiscnring. Die gewonnene Form wird nun langsam, zunächstbei Zimmer-, später bei bis zu dunkler Rothgluth gesteigerter Temperatur ausge-trocknet, und, ist sie vollkommen trocken, in dieselbe, wie ähnlich beim optischenGlase,ein Stück Schmelzglas von passender Größe gebracht. In einem Muffelofen,in dem Form und Glas erhitzt werden, erweicht das letztere, und beginnt, aus-fliesend die Form zu erfüllen. Um nun aber ein möglichst vollkommenes Ein-dringen des Glasflusses in alle Vertiefungen und Ecken der Matrize zu erzwingen,ohne die Temperatur so weit steigern zu müssen, daß das Glas, dünnflüssig wer-dend, den Tripel anzugreifen beginnen würde, wird letzteres, nachdem man dieForm aus dem Ofen gezogen, mit einem flachen Eisen kräftig in diese hineingedrückt,hierauf die in dieser Weise gepreßte Masse, mit der Preßform, wieder in den Ofenzurückgebracht, und mit letzteren! langsam abgekühlt. Durch, nach völligem Er-kalten, besorgtes Abschleifen der überstehenden Ränder, sowie, wird größere Schürfeverlangt, Nachschleifen der mehr oder weniger abgerundet ausgefallenen Partien,endlich Ertheilung der Politur, wird dann das Object in seiner Form vollendet.