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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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239
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Bouteillenfabrikation. 239

750 Flaschen gewöhnlicher Dimension und Stärke. In solchen Oefen erfordertdie Schmelze, nach Bontemps 12 bis 14 Stunden, das Läutern 2, das Kalt-schüren 1'5 Stunden. Für Schmelze und Ausarbeitung, die bei regelmäßigemBetriebe zusammen 24 Stunden beanspruchen, sowie für die Kühlöfen, sind beieiner täglichen Production von 6000 Flaschen L 750 Z erforderlich 11000Kohle, somit für 1 Lz ausgearbeitetes Glas 4'4 LZ Kohle.

In Deutschland werden, soweit überhaupt Häfen in Verwendung kommen,meist solche von bedeutend geringerer Größe gebraucht, dafür aber, namentlich beiGasheizung oft 10 bis 12 Häfen in einem Ofen vereinigt. In einem derartigen12 Häfen enthaltenden Siemcns'schen Grünglasofen, der 1870 auf der DresdenerGlasfabrik sich in Betrieb befand, betrug das monatliche Productionsquantum100 bis 120000 Flaschen, gegen 180000 Flaschen des von Bontemps ange-führten französischen Ofens zu 8 Häfen.

Für directe Vergleiche des Brennstoffverbrauches der Gasöfen und solcher mitdirecter Steinkohlenfeuernng, liegen zu wenig Daten vor, und wird eine solche auchdadurch sehr erschwert, daß, wo Gasheizung eingeführt wurde, man fast regelmäßigzu Brennstoff von niederem Werthe, häufig auch zu härterem Gemenge überging.Nach Siemens' eigenen, durch mehrfache Zeugnisse bedeutender Glasindustriellerbestätigten Angaben^), betrüge die Brennstoffersparniß durchschnittlich 25 bis30 Proc. Noch weiter geht dann solche Ersparniß beim Schmelzen in derSiemcns'schen Wanne, deren detaillirtc Beschreibung bei Besprechung der ver-schiedenen Ofcnformen gegeben wurde. In letzterer Beziehung danke ich brieflicherMittheilung des Herrn Fr. Siemens die nachstehenden Daten, die direct ausden Betricbsresultaten seiner Hütte gezogen sind. Bei gleichzeitigem Betriebezweier Flaschenöfen, von denen der eine, ein Ofen von 12 Häfen, monatlich100000 Flaschen lieferte, der andere, ein Wannenofcn, ein Productionsquantumvon monatlich 200000 Flaschen ergab, wurde zur Ofenfeucrung für beide Oefendasselbe Quantum, 15 Waggonladungen, einerund derselben Braunkohle consumirt,somit beim Wannenofen eine Brennstoffersparniß von 50 Proc. constatirt. Nimmtman die Waggonladung Kohlen zu 10000 LZ an, so stellt sich somit, die Flasche zu0'75L§Glas gerechnet, in der Wanne der Kohlenconsum für 1 ausgearbeiteteFlaschen auf 10 Braunkohle, mithin, abgesehen davon, daß hier eine Braun-kohle von kaum mittlerer Güte, zur Verwerthung gelangte, nur etwa auf einViertheil desjenigen in dem französischen Ofen mit directer Feuerung, in dem Stein-kohle als Brennstoff diente.

Ist das Flaschenglas geschmolzen, einigermaßen lauter geschürt und hieraufbis auf einen der Verarbeitung günstigen Grad der Zähigkeit abgekühlt, so beginntunmittelbar die Ausarbeitung. Das zu solcher erforderliche Werkzeug des Bou-teillenbläscrs ist einfach, und beschränkt sich auf wenige Stücke, unter denen daswesentlichste die bereits seit ältester Zeit in Gebrauch befindliche, in ihrer Ein-richtung fast unverändert gebliebene Pfeife. Die Pfeife (virZa, bei Eraclius,kistnl» bei Thcophilus und Agricola, os-nna, lllorvinZ tuds) des Bouteillen-machers, ist ein 10 bis 13 in langes, schmiedeeisernes Rohr, von etwa 2'5 mn

r) Siemens' patentirte Regenerativ-Gasöfen (Dresden 1869).