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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Weißhohlglas: Gemenge.

den bei Besprechung der Schmelzmaterialien gemachten Angaben, nach dem Ver-hältniß von 56, rcspective 75 : 100 auf Kalkstein umgerechnet.

Wie ersichtlich, herrscht zwischen den verschiedenen Vorschriften, selbst beieinem und demselben Autor, keine allzugroße Uebereinstimmung, und doch sinddie aufgeführten Sätze nur eine Auswahl des wenigstens einigermaßen haltbaren.Wie weit hier, wie bei manchen derartigen Angaben, die Unzuverlässigkeit des auseinem Werke in das andere übergehenden Materials geht, beweist, daß selbstGemcngevorschriften wie die nachstehende fürdeutsches oder böhmischesKrystallglas ":

Weißester Sand.120 Pfd.

Gereinigte Pottasche ... 70

Salpeter. 10

Arsenik. Vs

Braunstein. Vs ->

die sich, wie es scheint, zuerst bei Leng findet, sich weiter vererbt haben, ungeachtetsie mit der von Fuchs für Kaliwasserglas gegebenen, und für letzteres sehrbrauchbaren (Seite 179), in allem Wesentlichen vollkommen übereinstimmt. Gutschließt sich dem oben berechneten, der nachstehende, der böhmischen Praxis ent-lehnte Satz an:

Satz: Glaszusammensetzung:

Sand.100 Kieselsäure.77'0

Kreide. ...... 22 Kalk . . 9 0

(zerfallener Kalk. . 16) Kali.14'0

Pottasche.30 ion>g

Was die Anfertigung des Hohlglasgemenges betrifft, so bietet dieselbe, fürdie Herstellung farblosen Glases nichts Besonderes.

Vielfach wird von den Hohlglashütten an Stelle des rohen Kalksteins, nochgebrannter, und an der Luft zerfallener Kalk benutzt, da einmal die Zerkleinerungdes Kalkes durch Brennen und Löschen eine bequeme, dann der zerfallene Kalkbeim Schmelzen bedeutend weniger gasförmige Bestandtheile abscheidend, die Glas-masse ruhiger sich bilden, und weniger die Hafenränder übersteigen läßt. Istdieses nun auch auf der einen Seite ein Vortheil, so bedingt andererseits diegeringere Bewegung innerhalb der schmelzenden Masse, daß eine innige Durch-mengung der letzteren weniger, als bei Verwendung rohen, kohlensauren Kalks,wie z. B. der von Hohlglashütten mehrfach benutzten Kreide, stattfindet, und esfällt daher das Glas leichter rampig oderwindig" aus, wird nicht, während derSchmelze durch Aufwallenlassen, mittelst in die schmelzende Masse nachträglicheingetragenen Arseniks, oder einer, in den Hafen hinabgestoßenen, rohen Kartoffel,wiederholt ein Durchmischen des Hafeninhalts zu Wege gebracht.

Als Entfärbungsmittel kommen der Braunstein bereits seit ältester Zeit,Antimonpräparate vornehmlich in Böhmen, neuerdings, neben diesenSeifen"

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