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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Weißhohlglas: Gemenge.

vielfach auch die Oxyde des Nickels und Cobalts, beide indeß nur in sehr ge-ringen Quantitäten den Schmelzmaterialien zugesetzt, häufig zur Anwendung undgeben, richtig verwandt, oft recht befriedigende Resultate. Ueber die erforderlicheMenge solcher Zusätze läßt sich nichts Bestimmtes angeben; meist betragen sie beiden Oxyden des Nickels und Cobalts nicht mehr als 10 bis 20 Z pr. Hafen, undsind daher bei diesen stets so gering, daß sie sich einer brauchbaren quantitativenanalytischen Bestimmung entziehen.

In Betreff des Braunsteins wurde bereits a. a. O. erwähnt, daß sein Färbe-vermögen von der Ofentemperatur, von reducirender oder oxydirender Einwirkungder Flamme im Schmelzofen, sowie von der Zusammensetzung des zu färbenden,resp. zu entfärbenden Glases abhängig. Ein erfahrener, mit scharfem Farben-unterscheidungsvermögen begabter Schmelzer vermag hier die wichtigsten Dienstezu leisten. Als Regel gilt, daß der Braunsteinzusatz so weit zu steigern, daß dasfertig geschmolzene Glas, rasch erkaltet, einen ausgesprochenen röthlichen Stichbesitzt, da im Kühlofen die Braunsteinfärbung merklich blasser wird, „zurückzieht".Zinkoxyd als Flußmittel für Weißhohlglasgemenge wurde 1861 von W. Newtonproponirt^), hat sich aber, wie bereits a. a. O. erwähnt, keiner allgemeinerenVerwendung zu erfreuen gehabt.

Wie die meisten Bouteillenhütten, so haben auch viele Weißhohlglasfabrikendas altherkömmliche, der Schmelze vorausgehende Fritten ihrer Gemenge nochbis auf den heutigen Tag beibehalten. Bei Verwendung reiner Materialien inguten, heißgehenden Oefen, ist das Fritten überflüssig, wie das sich unter Anderem >auch in den, neuerdings mehrfach zum Schmelzen von Weißhohlglas benutzten,und sich auch für diesen Zweck gut bewährt habenden Siemens'schen Wannen-öfen herausgestellt. Bei weniger zuverlässigen Oefen dagegen, ist allerdings die,durch das Eintragen heißen und bereits in eben beginnenden Fluß gebrachtenGemenges bedingte Wärmeöconomie ein beachtenswerther Factor, namentlich,wenn die hohe Temperatur der abgehenden Ofengase, würden diese nicht in denFritjofen geleitet, unausgenutzt verloren ginge.

Von dem früher (S. 164u. ff.) besprochenen allgemeinen Gange, unterscheidetsich der Gang der Schmelzung des Weißhohlglases nicht wesentlich; wie bereitserwähnt, erscheint es indeß, wird gebrannter Kalk zum Gemenge benutzt, oderwerden die Schmelzmaterialien vorher gefrittet, meist gerathen, den Mangel anBewegung innerhalb der flüssigen Massen durch ein- oder mehrmaliges kräftigesAufwallenlassen der letzteren wenigstens theilweise zu ersetzen. Bewirkt wurdesolches Aufwallen in AtererWcise durch das sogenannte „Blasen" oder „Blät-tern" des Glases (maolnKs), directes Eintreiben von Luft in das Glas imHafen, das mit dem Munde, durch ein pfeifenartiges eisernes Rohr mit erwei-terter Oeffnung geschah, dann später durch das obenerwähnte Untertauchen einesStückchen frischen Holzes, in nasses Papier gewickelten Arseniks, oder einer Kar-toffel in die schmelzende Glasmasse, ersetzt wurde, und für das neuerdings Cha ru-

ft Schwarz: Die Chemie und Industrie unserer Zeit (Breslau 1857), I, 329.

2) Dingler's Jonrn. 160, (1861), 397, nach Uox. ok xatsut. invsnt. 1861, Febr.