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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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268 Weißhohlglas: Combinirte Arbeit.

beendetem Aufblasen des Gefäßes, Oeffnen der Formflügcl und Herausheben des

Arbeitsstückes aus dem rumpfumfas-senden Theile der Form, hängt die Ka-raffe mit ihrem trichterförmigen Ansätze^ 6 in der Gestalt des ganzen Hohlraumesder benutzten Form an der Pfeife, wirdvon dieser zunächst in der Höhe so ab-geschnitten, dann später erst, der Theiloet die „Kappe" oder „Haube"(enlotko) bei ÄÄ mit einem heißenEisen abgesprengt, und werden die hier-durch entstehenden scharfen Kanten desoberen Randes entweder rund ge-schmolzen, oder durch Schliff entfernt.

Weiterer Arbeitsersparniß wegen, wird den Klappformen häufig eine Ein-richtung gegeben, bei der sie für gewöhnlich durch eine Feder offen gehalten, vomBläser selbst, durch Druck mit dem Fuße, geschlossen werden können. Eine der-artige Form zeigt Fig. 99, in der 0 das Stück für den Rumpf, DD diehalsumfassendcn Flügel darstellen.

Ist, wie das aus dem Vorstehenden hervorgehen dürfte, die reine Formarbeit,wenn auch für die Massenproduction ein recht geeignetes Verfahren, doch ganzdazu angethan, die Arbeit des Glasbläsers zu einer rein mechanischen zu machen,so dankt die Hohlglasindustrie geeigneter Combination von Form- und Stuhl-arbeit die Fähigkeit, eine Menge von Gestalten hervorzubringen, die ohne Mit-benutzung geeigneter Hohlsormen nicht geliefert werden könnten. Schon bei Be-sprechung der Herstellung von Flaschen mit geripptem Halse wurde erwähnt, wieEindrücke, die auf dem Külbchcn hervorgerufen, so z. B. die Ricfung desselben aufdem Rippstein, behufs der Herstellung von Flaschen mit geripptem Halse, durchdie spätere Ausarbeitung zwar abgeschwächt, aber kaum vollständig verwischtwerden könnten. Wird nun die zu einem Hohlgefäße umzugestaltende Glasblase,vor Erreichung ihrer vollen Größe, mit ihrem untersten Theile kräftig in einenapfartige Hohlform eingedrückt, in die von der Mitte des Bodens ausgehende,kclchblätterartig angeordnete Rippen tief eingeschnitten sind, und durch Blasen dasGlas in diese Rippen noch schärfer hineingepreßt, so werden auch die hierdurchhervorgerufenen Formen, wenn die hohle Glasmasse später durch Anwärmen undAufblasen weiter aufgetrieben wird, sich zwar etwas abflachen, aber nicht schwinden,die Glasoberfläche aber ihren in der Form verlorenen, einheitlichen, durch gleichmäßigeKrümmung der Fläche bedingten Glanz wiedergewinnen. Zu reicherer Gestaltungdes Hohlglases wird nun solches Zuhilfenehmen von Formen vielfach benutzt,und zeigen die nebenstehenden Abbildungen beispielsweise die verschiedenen Ent-wickelungsstadien einer, von einem in dieser Weise hergestellten Blätterkelcheumschlossenen Zuckerschale. Bei (Fig. 100) befindet sich die Glasblase, mitihrem mit dem Kelchornamcnt zu versehenden Theile, in der Mcssingform, in die dieKelchblätter scharf und tief eingeschnitten. Z zeigt die Blase in der Gestalt, in welchersie, aus der Form entfernt und größer aufgeblasen, erhalten wird, auch ist hier schon

Fig. 99.