Buch 
Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
Entstehung
Seite
270
JPEG-Download
 

270

Weißhohlglas: Kühlung.

Markt geworfen, die übertrieben spröde, und empfindlich gegen Temperatur-wechsel. Findet man nun auch mehrfach die Angabe, zum Kühlen des Hohl-

glases genüge eine Temperatur von200 bis 300°, so ist es anderer-seits Erfahrungssache, daß, je mehrdie Kühlofcntemperatur derjenigen,bei der das betreffende Glas weichzu werden beginnen würde, genähertwird, um so haltbarer, ein gleich-mäßiges Sinken der Ofentemperaturvorausgesetzt, die Producte ausfallen;da nun aber die Schmelzpunkteder verschieden zusammengesetztenGläser verschiedene, wird auch daseine Glas höhere Kühlofentemperaturfür sich in Anspruch nehmen alsdas andere.

Die für Weißhohlglas üblichen Kühlöfen sind meist Flammöfen mit niedrigem,flachem Gewölbe, die entweder mit ebener Sohle, auf die die zu kühlenden Objecteaufgestellt werden, versehen sind, wie solche Einrichtung Fig. 101 und 102

Fig. 102.

-

8WM

Fig. 101.

zeigen, oder in der Sohle, der Zahl der Arbeitsplätze entsprechend, mehrere flache,kastenartige Vertiefungen ausweisen, vor denen je eine, der Größe der angefertigtenObjecte angepaßte Eintragöffnung sich befindet, durch die die zu kühlenden Gegen-stände auf eine Lage Sand im Kasten gelegt werden. Die dem Schmelz-ofen angebauten, und von diesem aus erwärmten Kühlöfen sind, schon mangelhafterTemperaturregulirung wegen, immer mehr und mehr abgekommen, die heutigenKühlöfen haben eigene Feuerungen, und werden meist mit Koks, in HolzreichenGegenden auch wohl noch mit Holz, direct geheizt. Von England aus zunächstfür Bleikrystall in Anwendung gebracht, findet eine Kühlofencinrichtung, die die