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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Bleikrystall.

ständiger gelten kann, der englische Krystall sowohl, als das direct für optischeZwecke gelieferte Flintglas, noch Manches zu wünschen übrig, beide sind starkgelb, braun, oder durch überschüssigen Braunstein roth gefärbt, schlecht gekühlt,sehr hygroskopisch, rauchig und erfüllt von kleinen Blasen.

Ist über die Zeit der Errichtung der ersten englischen Bleiglasfabrik nichtsNäheres bekannt, so läßt sich in Frankreich der Anfang dieser Fabrikation, undihre großartige Entwickelung, genauer verfolgen. 1784 setzte, wie bereits S. 10erwähnt, LamberG) den ersten Krystallglasofcn, in dem, „nach englischem Muster",in gedeckten Häfen geschmolzen wurde, zu St. Cloud in Betrieb, und wurde dieseFabrik, wenige Jahre darauf, nach Mont-Cenis verlegt, wo sie als „Vsrrsrisäs In Ksins" bis 1827 unausgesetzt arbeitete. 1790 wurde dann im Elsaßeine Hütte für Bleikristall zu Münsthal odcrSt. Louis bei Bitsch gegründet 2),auf der das Material, bei Holzfeuerung, in offenen Häfen geschmolzen wurde.

Aber, wie in England, so auch in Frankreich, bot die neue Fabrikationswcisczunächst bedeutende Schwierigkeiten, ja sie blieb hier, wenigstens nach dem zeit-genössischen Urtheile des deutschen Bearbeiters des Loysel'schen snr l'art

äs In Vsrrsris" (1802), der der Producte der eben genannten Hütten Erwähnungthut, in Bezug auf Reinheit und Durchsichtigkeit des Materials, sogar hinter derenglischen zurück ^).

Gegen 1800 legte d'Artiques zu Vonsche bei Givct, am Nordabhangcder Ardenncn, eine große Bleikrystallfabrik an, und arbeitete auf derselben mitbestem Erfolge. Als das Terrain, auf dem sich dieses Etablissement befand, 1815unter belgische Oberhoheit gelangte, erhielt der Besitzer, unter der Bedingung,innerhalb dieser Zeit auf französischem Grund und Boden eine Krystallhütte inBetrieb zu setzen, für die Dauer dreier Jahre das Privilegium, seine Waare zollfreinach Frankreich einführen zu dürfen; kaufte dann 1816 die als Tafel- und Hohl-glasfabrik bereits in Betrieb befindliche „Vsrrsris äs 8t. J,nns" zu Baccarat(Mcurthc) an, und wandelte sie in eine Bleikrystallfabrik um^), die, 1823 vonGodard L Comp. angekauft, unter den auf einander folgenden DirectionenGodard's, Toussaint's, de Fontenay's und Michaut's, sich, was Güte undFarblosigkeit des Krystalls betrifft, den besten englischen, so der von I. Green undPellat L Comp. in London, würdig an die Seite stellte, in Beziehung auf Ele-ganz der Form, ihrer meist dünnwandig gehaltenen Gefäße, die letzteren sogar häufigüberflügelte. Neben den genannten erwarb sich dann auch Clichy, als Produc-tionsort feinen Luxusglases in Bleikrystall, wohlverdienten Ruf.

In Belgien entstand zunächst die Krystallhütte zu Bal-Saint-LambertbeiLüttich, dann die von Rsgout in Maastricht, die neben reinem Bleialkaliglas,wie die später auf französischem Boden ins Leben getretenen, sehr bedeutenden elsaß-

I So nach Ustig-ot: Xnn. än Oonssrv. 2, 527; das Patent Ludwig's XVI.vom 1. Seht. 1784, abgedruckt bei I-s Vailtant: I-ss vsrreris äs In Xorinanäis,lss ß-sntillioniinss st artistss vsi'risrs norinsnäs (Rouen, Lauctin 1873), S. 521,lautet auf die Namen der Unternehmer: „kisrrs I-sinsroisr, nsAotiant äKonsn,st Naxsr Oppsnllsirn, nSAStiant ä LirrainKliLill."

2) ksli^ot: Oon 2 s Istzons, 525. — 3) Versuch einer Anleitung zur Glasmacher-kunst, S. 248, Aum. 2. — ts Lgntsrnxs: Ouiäs äu vsrrisr, x. 529.