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Bleikrystall. -
lothringischen Fabriken in Valleristhal, und zu Wadgassen an der Saar,auch viel sogenannten Halbkrystall, ein Blei-Kalk-Natron-Glas produciren, und !auf der letzten Weltausstellung, namentlich in relativ billigem, gepreßtem und ge- ^schliffcnem Glase, sehr beachtenswerthe Leistungen exponirt hatte. ^
Trotz des bestechenden Farbenspieles, bedingt durch großes Zerstreuungsver-mögcn, sowie des schönen Glanzes und des beliebten, tiefliegenden, vollen Klangesihrer Producte, hat die Bleiglasverarbeitung, auf vor der Pfeife geformtes, oder x
gepreßtes Hohlglas, in Deutschland, wie in den übrigen Ländern des europäischen *
Continentes, bisher noch keine größere Verbreitung gewonnen, und werden außer-halb Englands und Frankreichs nur einzelne Bcleuchtungsartikel, so Lampencylinder,die, aus Bleiglas hergestellt, dem Springen weniger unterworfen sein sollen ft,durch Zinkvxyd getrübtes Milchglas, und zum Ueberfangen bestimmtes, farbigesGlas aus bleioxydhaltigem Gemenge erschmolzen. Selbst die böhmischen Fabrikenmit geschliffenen prismatischen Behängen verzierter Kronleuchter, und ähnlicherObjecte, bei denen großer Zerstreuungscoefficient der benutzten Glasmasse besondersgünstig wirken würde, sind ihren alten Traditionen ini Ganzen treu geblieben, undbenutzen, nach wie vor, das, hinter dem Bleiglase im Farbenspiel bedeutend zurück-stehende, allerdings aber bei weitem härtere und dauerhaftere Kali-Kalk-Glas. —
Vergleicht man die, seit dem Aufkommen des Bleikrystalls, für Herstellungdesselben gegebenen Gemengevorschriften, von denen Neri's, bis zu der Dumas-Godard'schen, die weiterhin Platz finden wird, so zeigt sich, daß die Zusammen-setzung sich nichts weniger als gleich geblieben. Der auffallend hohe Bleioxyd-gehalt der ältesten Gemenge nimmt fast stetig ab, Sand und Kaligchalt steigen,es wird hierdurch das Prodnct rcsistcnzfähiger, und verliert den ausgesprochengelben Stich der mit Bleioxyd übersetzten älteren Gläser immer mehr. Ausfallendist, daß die Wege, die der in den Sätzen Ausdruck findende Fortschritt in der Er-kenntniß des Besseren bei der Glaszusammcnsetzung, auf den Zweiggebieten unsererIndustrie, auf denen er am ausgesprochensten zu Tage getreten: in der Krystall-glas-, der Spiegel- und Tafelglassabrikation, gewandelt, von entgegengesetztenSeiten ausgehend, sich neuerdings so genähert haben, daß es den Anschein hat,als wollten sie in einem Punkte sich treffen. Im Bleikrystall fällt allmälig derursprünglich sehr hohe Blcioxydgehalt, in den Spiegel- und Tafelgläsern dagegensteigt der entsprechende, früher recht niedrige Gehalt an Kalk, und zur Zeit habenwir, wie schon in einem früheren Abschnitte nachgewiesen, für beide Gebiete sehranalog zusammengesetzte Massen.
Was nun die Zusammensetzung des hier zunächst in Rede stehenden, farb-losen Bleialkali-Hohlglases betrifft, so wurde dieselbe gefunden in:
Polytechn. Cmtralbl. t863, S. 1453.