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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Bleikrystall: die Schmelze. ^

auf der Hütte der 8ooists ä'Lsrlmtts bei Namur und zu Montlutzon ein Paar ^

runde Krystallöfen mit Kohlengasheizung, in denen in offenen Häfen geschmolzen !

wurde, erbaut, und gaben recht befriedigende Erfolge H. Schon die Form desSchmelzraumes unterscheidet diese Oefcn von denen mit dircctcr Feuerung. Wiein jenen, stehen zwar auch im Sicmens'fchen Ofen die, möglichster Raum-ersparnis; wegen ovalen Häfen im Kreise, da aber die ccntrale Feuerung, die auchder englische Steinkohlenofen zeigte, im Gasofen in Wegfall kommen konnte, gabSiemens, hierdurch den zu erheizenden Raum bedeutend verkleinernd, seinemOfen die Form eines überwölbten, hohlen Ringes, in dem die Häfen stehen. DieRegeneratoren liegen, wie bei den meisten Siemcns'schen Ocfen, unter demeigentlichen Ofcnranmc, der Eintritt des Gases, wie der Verbrcnnnngsluft, er-folgt an der einen, der Abzug der verbrannten Gase an der diametral entgegen-gesetzten Seite der äußeren Peripherie des Schmelzranmcs, in dem sich somit dereintretende Gasstrom in zwei halbkreisförmige Arme theilt, um sich an der anderenSeite, beim Abzüge, wieder zu vereinigen.

Die guten Erfolge in Namur und Montlntzvn enconragirtcn auch andereKrystallhiitten die Regenerativgasheizung zu adoptiren, und 1867 konnteNehse^) glänzende Resultate schildern, die mit Sicmens'schcr Gasfeuerung,ebenfalls bei Steinkohlenvcrwcndung und offenen Häfen, auf der unter Didier-jcan'sDirection befindlichen „Ilsins äo8t. Nonis", die bis dahin ihre Oefen mitHolz betrieben, erreicht waren, und, neben sehr bedeutender Brennstoffökonomie dieMöglichkeit, in dieser Weise ausgezeichneten Krystall zu liefern, über jeden Zwei-fel erhoben. Allmälig ging dann auch von den französischen Krystallfabrikcn einenach der anderen znm Siemcns'schen Heiznngssystem über, das selbst auf denbedeutendsten Etablissements, wie Baccarat, Clichy n. a. m. allgemein ein-geführt, und bisher durch kein besseres verdrängt worden ist.

Bis auf kleine, durch die Leichtschmelzbarkeit, Weichheit und leichte Reducir-barkeit des Bleiglases bedingte Abweichungen in der Behandlung, unterscheidet sichdie formgcbcndc Ausarbeitung des Bleikrystalls, so weit aus demselben nichtsogenanntes Preßglas, oder mit festen oder hohlen Stäben ornamentirtc Filigran-gläser gefertigt werden sollen, die, der aufgeführten Eiutheilung unseren Stoffesnach, später gesondert zu besprechen sein werden, nicht wesentlich von der beimWcißhohlglasc beschriebenen. Auch für die Bildung des bleihaltigen Materialskommen Form- und Stuhlarbcit, mit ihren geschilderten Eigenthümlichkeiten, undzwar wieder, sowohl gesondert, als in Verbindung mit einander, znr Ausübung,um eine reiche Fülle von Gestalten zu liefern. Auch der Knhlproccß bietet, ab-gesehen von der im Kühlofcn für Bleiglas durchgchends niedriger zu haltendenTemperatur, und dem sorgfältigsten Abschluß der Heiznngsgase vom Kühlranm, >da dieselben durch ihren Gehalt an unvollkommen verbrannten Producten leichteine reducirendc, oberflächlich schwärzende Einwirkung auf den Krystall ausübenkönnten, keine hier näher zu behandelnden Eigenthümlichkeiten, und kann eine cin-

Beschrieben und abgebildet in der bereits angezogenen Arbeit Heeren's:Polytechn. Centralblatt 1864, S. 247. — 2 ; Zeitschrift d. Vereins deutscher Ingenieure1867, S. 362.