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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Kupferrubin.

Die Hauptergebnisse derBontemps'schen zahlreichen Versuche im Schmelz-ofen der Hütte waren in Betreff der Herstellung des Kupferrubins, nach seinen:eigenen Berichte ^), daß Zinn, wie Eisenoxyd, im rothen Glase nebensächlicheBestandtheile, beide aber geeignet seien, das Kupfer während der Schmelze imZustande des Oxyduls, das auch er für die färbende Verbindung erklärt, zu er-halten. Dann will er sich davon überzeugt haben, daß gutes Kupferroth, so-wohl in offenen, als in gedeckten Häfen, im Großen nie durch einmaligesSchmelzen hergestellt werden könne, das betreffende Glas vielmehrwiederholt ausgeschöpft und nmgeschmolzen werden müsse.

Bis 1848 in offenen Häfen arbeitend, stellte Bontemp s sein rothes Ucber-fangglas in nachstehend aufgeführter Weise her. Durch Zusammenschmelzen undGlühen gleicher Gewichtstheile, durch Oxydation von metallischem Kupfer, beimGlühen unter Luftzutritt, gewonnenen Kupferoxyds, und grünen Eisenvitriols,bereitete er sich eine innige Mischung beider Oxyde, die fein gepulvert wurde.Dann wurde das nachstehende Gemenge:

100 Thle.

Sand

Soda

Kalk

Gemisch von Kupfer und Eisenoxyd . . . 10

Zinnoxyd

niedergeschmolzen, auf eine trockene Eisenplatte ausgeschöpft, wenn erkaltet, zerstampft,und durch ein Sieb von 1 om Maschenweite geschlagen. Nachdem auf 100 Thle.des gewonnenen Glases zugesetzt waren:

Sand.80 Thle.

Soda

Kalk

wurde das neue Gemenge nmgeschmolzen, wieder ausgeschöpft, zerstampft und wieoben gesiebt. 100 Thln. des Products dieser zweiten Schmelzung wurden 35Thle. Sand zugesetzt, hierauf die Mischung wieder nmgeschmolzen, von Neuemausgeschöpft, und das gewonnene Glas nach dem Zerkleinern, durch ein Sieb von4 bis 5 mm Maschenweite gesiebt. Das in dieser Weise hergestellte Productliefert dann, nach nochmaligen: Schmelzen lauter geschürt, das rothe Ueber-fangglas.

AufBontemps' Autorität hin, ist die vorstehende Bereitungswcise hier insxtsnso aufgenommen, erinnert sie auch in Manchen:, so in den: wiederholtenZusätze gewöhnlicher Gcmcngcbestandtheile, wie Sand, Soda und Kalk, bei demsonst vielleicht recht praktischen wiederholten Umschmelzen, und auf die Homoge-nität der Masse günstig einwirkenden Zerkleinern und Sieben, au Recepte ver-flossener Jahrhunderte. Was die Präparation seines Kupfer-Eisen-Zusatzes

Onlclo än vsrrtsi', x>. 364 u. ff.