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Reticulirtes Glas.
Ansehen erhält (Fig. 126). In derselben Weise wird ein anderes, ebenso geripptesund schwach conischcs Rohr hergestellt, das sich von dem ersten nur dadurch untcr-
Fig. 126.
scheidet, daß seine Schraubengängc in der, denen des ersten Rohres entgegengesetztenRichtung verlaufen. Beide kurze Röhren werden von den Pfeifen abgesprengt,und aus ihnen Stucke von erforderlicher Länge geschnitten, die, wie das Fig. 127Ng. 127 . zeigt, in einander geschoben werden, so
daß sich ihre Wände berühren. Nachwieder erfolgtcm Anwärmen wird dasweitere Ende der wenigstens 1 am län-geren inneren Hülse mittelst eines neuen,an der Pfeife gebildeten Trichters ausgewöhnlichem Glase an letzterer befestigt,dann das andere Ende bis zum Erweichenerwärmt, zusammengekniffen und hierdurch das doppclwandige Rohr auch nachunten zu geschlossen. Bei dem jetzt erfolgenden weiteren Erhitzen des ganzen Ar-beitsstückes schmelzen die einander kreuzenden Rippen beider Hülsen zunächst anihren Berührungspunkten zu einem Rautennctze zusammen, aus dessen Maschendie in den größeren Vertiefungen am Krcnzungspunktc zweier Rippcnthälcr zurück-gebliebene Luft nicht- mehr entweichen kann, und sich daher, bei weiterem Erweichendes sie einschließenden Glases, in diesem zu den rundlichen Bläschen in der Mittejeder Masche formt, die dem reticulirten Glase sein eigenthümliches Ansehen geben.Die weitere Verarbeitung des nunmehr an der Pfeife hastenden, allseitig geschlosseneneylindrischcn Kölbchens auf Hohlgefäße, die übrigens im Handel, wie sich dasaus ihrer, große Accurateste und Gewandtheit des Fcinglasmachcrs erforderndenHerstellung erklärt, ziemlich selten und kostspielig, bietet nichts Eigenthüm-liches mehr.
Ehe wir die Besprechung der Fabrikation der vcnetianischen Kunstgläscr,auf deren wesentlichste Arten wir uns im Vorstehenden beschranken mußten, schlie-ßen können, möge hier noch in Kürze der Anfcrtigungsweisc der JncrustationcnErwähnung geschehen, der von farblosem Glase eingehüllten Reliefdarstcllungcnaus gebranntem Thon, die in reflectirtem Lichte das Ansehen matten Silberszeigen. Sollen diese Jncrustationcn gut ausfallen, so ist bei ihrer Herstellungmanchen Bedingungen Rechnung zu tragen, namentlich müssen das einzuschließendeObject und das incrustircnde Glas möglichst gleichen Ausdehnungscocfficientenund der Thon eine Poröse Oberfläche haben, die Lichtbrechung innerhalb des Glaseseine möglichst große sein, endlich das Glas sich dem Thon dicht anschließen, ohneindeß mit ihm zu verschmelzen, da der Mctallglanz der Jncrustation nur eine