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Hartmann's und Bontemps' Steincompositionen.
steins in der Weise herzustellen, daß man den Stein aus einem Gemenge vonSpecksteinpulver mit soviel gebranntem und gelöschtem Gyps, als erforderlich,um den Speckstein zu binden, herstelle. Steine aus einer solchen Compositionsollen, ohne sich zu werfen, fortdauernde Glühhitze aushalten, und läßt sich ihreOberfläche, wenn sie allmälig rauh geworden sein sollte, leicht wieder ebnen undglätten. Allgemeineren Eingang haben indeß derartige Steine nicht gefunden,und sind auch noch heutigen Tages sorgfältig gearbeitete Thonsteine die üblichen.Bontemps recommandirt für solche die Composition:
Fetten Thon.2 Thle.
Gestampfte Strecksteinbruchstücke 3 „
Hafenscherben.1 „
Um größere Ebenheit der Platten zu erlangen, als bei dem gewöhnlichenStreckverfahren meist erreicht wird, empfahl BineO) das fertig gestreckte Glasnachträglich noch leicht zu pressen. Zu diesem Zwecke bringt er in seinem Ofen,über dem Strecksteine, eine horizontale, mittelst Hebelwerkcs sich heben und senkenlassende, glatte Platte aus feuerfestem Thon an, und läßt dieselbe, sobald die Glas-tafel fertig gestreckt, auf kurze Zeit auf letztere herab. Nach Salvetat's Berichtüber Binet's Verfahren wird bei diesem die Glastafel ebener und schöner alssonst erhalten, ob aber unter dem Drucke der Thonplatte der Glanz der Oberflächeder in dieser Weise nachgeebneten Tafel nicht Einbuße erleidet, dürfte doch sehrzweifelhaft erscheinen.
Gänzlich abweichend von allen früheren ist die Anlage des Kühlofens, mitdem D. Bisvez zu Haine St. Pierre (Belgien) 1867 auf der Pariser Welt-ausstellung auftrat?) und der, nebst dem anhängenden Streckofcn, in welchem derStreckstein auf einem Wagen ruht, in den Figuren 165, 166 und 167 (a.f.S.)im Maßstabe von v'01 natürlicher Größe wiedergegeben ist.
In dem Streckofen cr, dessen Erhitzung die beiden Feuerungen oo bewirken,wird auf dem Wagen b die in einer in unserer Zeichnung weggelassenen Röhrevorgewärmte Walze ausgebreitet und geebnet, dann der Wagen in die Hintere Ab-theilung dieses Raumes nach s geschoben, wo bei der hier herrschenden niederenTemperatur die Tafel ziemlich rasch so weit erstarrt, daß sie, mittelst der durch /eingeführten Scheibengabel vom Wagen abgehoben, in den Kühlraum A hinübcr-gehobcn, und auf die Sohle desselben niedergelegt werden kann. Dieser Kühlraumist ein gegen 10 m langer, etwa 1'5 m breiter, niedriger Canal, der an seinemdem Streckofen zugekehrten Ende H durch die abgehende Wärme dieses Ofenssowie mittelst eigener Feuerung erhitzt wird, am anderen Ende durch eine, bis aufein Paar Centimeter über die Sohle hinabreichende Eisenblechplatte geschlossen undmit einem niedrigen Zugkamine verbunden ist; überdies ist er mit drei bis viervom Gewölbe quer über den Canal herabhängenden verstellbaren Blechschiebernversehen, die ein freies Abströmen der Wärme durch den oberen Theil des Canalsverhindern.
r) Dingler's Journal 188 (1860), 102, nach Lnllstin äs la sosists ä'snsou-raAknisnt 1859, x. 601. — ?) Dingler's Journal 188 (1868), 312; nach Lullstinäs la sooists ä'snsonrag'smsllt 1868, April.
Glasfabrikation. 26