438
Gewalztes Spiegelglas. Die Schmelze.
von Gispcn (ganz feinen, aber in großer Zahl auftretenden Bläschen) ist, wie eswünschenswcrth wäre. Kann nun auch zugestanden werden, daß der Consumentsolchen Fehler in vielen Füllen kaum erkennt, so ist er deswegen doch nicht hiuweg-zulcugnen, und ließen ihn z. B. viele sonst vorzügliche Gläser, die renommirteFabriken bei letzter Gelegenheit in Wien ausgestellt, bei genauerer Besichtigungdeutlich erkennen, während er, meiner Erfahrung nach, beim Verschmelzen den obenangeführten Sätzen entsprechend componirter Sodagemenge, denen ein geringerKohleznsatz zu leichterer Zersetzung des so gut wie nie gänzlich fehlenden Gehaltesder Soda an Sulphat beigegebcn, wie z. B. des nachstehenden, bei regelrechtemGange des Ofens und einiger Aufmerksamkeit des Schmelzers, höchst selten her-vortritt.
Sodagemenge:
Sand .... 100 Thle.
Kalkstein ... 37 „
Soda (ealc.). . 30 „
Kohle .... 0-2 bis 0-3.
Da das Spiegelglas meist ziemlich dick, ist auf möglichste Farblosigkeit undDurchsichtigkeit der Masse besonderes Gewicht zu legen, daher der Auswahl rcincrMatcrialien die größte Aufmerksamkeit zuzuwenden. Entfärbungsmittel werden,da sie, in größerer Quantität angewandt, die Durchsichtigkeit des Glases zu beuach-thciligen pflegen, durchgängig zu vermeiden gesucht, und höchstens Spuren vonKobalt- oder Nickeloxyd dem Gemenge zugesetzt, um das Grün, wo dieses zu aus-gesprochen hervortritt, zu verdecken.
Während zur Zeit die Schmelze, in ihrer Durchführung für gegossenes Glassich von dem Gange, der bei anderen bleifreien Glassortcn üblich, nur in der beson-deren Sorgfalt unterscheidet, die dem Läutern zugewandt werden muß, war ihrGang früher, bedingt durch die Verwendung der für unvermeidlich gehaltenenGußhäfen, ein wesentlich verschiedener. Die für solch ältere Art des Schmclzensund Gießens des Spiegelglases üblich gewesene Ofcncinrichtung zeigt, im Maß-stabe von 1om^:1-2in, Fig. 185, in einem Horizontalschnitte durch den Schmelz-raum, und die angebauten Fritt- und Tcmperöfen, der in der Höhe des oberenRandes der runden Schmclzhäfen geführt, der großen französischen Lns^sloxsäivaus dem Ende des vorigen Jahrhunderts entnommen ist i).
Zu beiden Seiten der Schürgrube des quadratischen Schmclzraumcs liegen,in gleicher Höhe mit der Hüttensohle, die Bänke, auf die, wie das die linke Seiteunserer Figur zeigt, nach der Mitte zu, je zwei gewöhnliche rundeSchmelzhüfen,auf die um etwas verbreiterten Enden der Bank, die kleineren Gießhäfen senvsttso)von rechteckigem Querschnitte zu stehen kommen. Durch die in den Mauern vor-dem Häfen, den „rnorts nrnrs", oder corrumpirt „inornrns", sichtbaren Füllösf-nuugcn, wurde das vorher gefrittete Gemenge in die Schmelzhäfen in mehrerenSätzen eingetragen, und in gewöhnlicher Weise nieder-geschmolzen. War dieses
ksousil äs xlansirss äs I'Lno^oloxöäis xar oräi-s äs inatisi-ss 2: Olavss
xl. 6, ÜA. 2.