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Fig. 186.
Oefen für gewalztes Spiegelglas.
Fig. 186, die einen großen länglichen solchen Hafen zeigt, ersichtlich, meist nuretwa 40 om im Quadrat-Querschnitt, und eben so viel Höhe besaßen, reichte derInhalt eines Schmelzhafeus von circa 80 om Durch-messer, der gewöhnlichen Größe, zu dreimaligerFüllung der Wannen aus.
Beim Uebcrschöpfen des Glases aus dem einenin den anderen Hafen war es unvermeidlich, daßdie Masse wieder blasig wurde, und bedurfte es dahereines nochmaligen Lauterschürcns (kairs rsvsnir lsvsrrs), das etwa drei Stunden in Anspruch nahm, um das Glas wieder blankzu bekommen, und da letzteres hierbei wieder zu flüssig für den Guß wurde, einesabermaligen Abgehculassen der Ofentempcratur, ehe zur Ausarbeitung des Pro-dukts der Schmelze geschritten werden konnte H.
In der Folge vertheilen nach Bontemps, der eine derartige alte Dispositionnoch im Betriebe gesehen 2 ), größere Fabriken ihre Schmelze, um Zeit zu gewinnen,auf vier Ocfen, von denen der eine als eigentlicher Schmelzofen diente, währendin den drei anderen, die nur Gießhäfcn enthielten, das Läutern und Abstehcnlassender übcrgeschöpften Glasmasse besorgt wurde. Vor etwa zwei Jahrzehnten endlichgelangten die Spicgelfabriken, deren Gicßwanncn unterdeß imitier größer gewordenwaren, zu der Erkenntniß, daß bei Verwendung reiner Gemcngematcrialicn dasweitläufige und zeitraubende Ucberschöpfcn des erschmolzenen Glases in besondereGießhäfen völlig vermieden werden könne, und war seitdem der Verlauf der Schmelze,die nunmehr in ein und demselben Hasen zu Ende geführt wurdet, auch auf diesenAnstalten derselbe, wie auf den Tafelglas producircnden Hütten, nur daß das mitgrößter Sorgfalt lauter geschirrte Material heißer und flüssiger zur Verarbeitunggelangte.
Da bei dem neueren Verfahren die großen Schmelzhäfen zum Gusse ausdem Ofen herausgehoben werden müssen, ist die Construction des Oberbaues mo-derner Spiegclglasöfen, die durch die Bank mit Gasheizung versehen, eine derartige,daß diese Operation möglichst leicht ausführbar. Eine feste Ummauerung derSeiten des Schmclzraumcs fehlt diesen Oefen, deren ebene Sohle im Niveau desFußbodens der Hütte liegt, gänzlich, und finden sich an ihrer Stelle nur freistehendePfeiler, die das flache und stark verankerte Gewölbe tragen. Gegen die Pfeilerlehnen sich dann, als Verschluß der großen Ocffnungen vor den Häfen, der „Hafen-thore", starke Thonkuchcn, die über der Höhe des oberen Hafcnrandes von, derGröße der Eintragcschaufcln für das Gemenge entsprechenden „Füllöffnungen"durchsetzt werden, welch letztere wieder, während der Schmelze, durch leichte Kuchen,die „Stöpsel", geschlossen sind. Einen Einblick in solch einfache Einrichtung eineskleinen derartigen Ofens mit Siemens'schcr Gasheizung giebt der bereits bei
Eine ausführliche Beschreibung der damals noch in dieser älteren Weise schmelzen-den Spicgclfabrik zu Ravcnhead gab 1847 Knapp, Dingler'sJournal 104, 182. —2 ) Olniils ein vsrrisr, x. 144. — ch Das Gieße» dircct aus dem Schmelzhäfen ließsich für England F. Warren zu Glasgow 1853 patcntircn. Dingler's Journal 1431857), 34, nach Nsokanios äourn. 1656, Sept.