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Die Glasfabrikation : mit 201 in d. Text eingedruckten Holzstichen / von H. E. Benrath
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Das Kühlen des gewalzten Spiegelglases.

lassen, daß sie, etwa zur Hälfte versenkt, und nebeneinander auf schmaler Seiteliegend, sich nicht berühren, sondern zwischen ihren oberen, größeren Flächen nochfreie Fugen von einigen Millimetern Breite zeigen. Die ganze in dieser Weisenach Art des gewöhnlichen Steinverbandes hergestellte Rollschicht wird dann nacheinem über die Breite des Ofens hinüberreichendcn langen Richtscheid möglichstgenau geebnet und mit einer dünnen Schicht Sand, der in die freien Fngentheilceindringt, bestreut. Wird nun der Kühlofen aufgeheizt, so dehnen sich die Steineallmälig aus, und quillt, in Folge des auf ihn ausgeübten Seitendruckes, ein Theildes in den Fugen befindlichen Sandes über die Ebene der Sohlsteine hervor, ohnedaß letztere hierdurch aus ihrer Lage verrückt würden. Vor Beginn des Gusseswird dann die sandbedeckte Kühlofensohle mit einer breiten Holzkrücke, an langemEisenstiel, ein paar Male überfahren, hierdurch der ausgetretene Sand in etwanicht vollständig gefüllte Fugen hinein, und zur Seite geschoben, und in dieserWeise ein ebenes und angemessenes Lager für die zu kühlenden großen Glasplattenhergestellt.

Nach Verlauf von etwa 24 bis 36 Stunden ist der Ofen, der, nachdem ergefüllt, mit einer eisernen Vorsatzplatte zugestellt, und allseits dicht mit Lehm ver-schmiert worden, so weit abgekühlt, daß der Außenluft ein vorläufig beschränkter,sich aber allmälig steigernder Zutritt zu seinem Innern gewährt werden kann, undkühlt unter Einfluß des letzteren, sowie der, unter den Wölbungen auf denen dieSohle ruht, durchstreichenden Luft, im Verlauf der folgenden drei bis vier Tagesoweit ab, daß das Glas aus ihm herausgenommen werden kann. Soll der Ofennun entleert werden, so wird vor sein Mundloch ein hölzerner Tisch, dessen Platte,größer als die Glastafcln, genau im Niveau der Ofensohle liegt, gestellt, es bcgiebtsich ein Mann in den Ofen hinein, legt den flachen breiten, aus starkem Lattcn-eisen durch rechtwinkliges Umbiegen desselben nach der Breitseite hergestelltenZiehhaken hinter die, durch Zurückschlagen verdickte Kante des Glases und drücktihn hier nieder, während andere Arbeiter das aus dem Ofen heraushängende Endeeines am Ziehhaken befestigten Seils fassen, und mit diesem das Glas über dieOfcnsohlc hin, bis auf den Holztisch, vorziehen. Auf diesem Tische unterliegt dasGlas einer ersten Besichtigung, die sich indeß darauf beschränkt, Sprünge in derTafel, die ein Brechen derselben veranlassen könnten, zu entdecken, und, wenn solchevorhanden, sie, längs eines mit dem Diamant geführten Schnittes, mit dem glühendenSprengeiscn in einer Richtung weiter zu leiten, in der der durch den Bruch ent-stehende Verlust ein möglichst geringer. Ferner wird auf diesem Tische bereitsder umgeschlagene dicke Rand des Glases abgeschnitten, da von hier aus, als voneiner mit dem dünneren Glase nicht gleichmäßig gekühlten Partie, leicht ein Reißender Tafel erfolgt. Ist dieser Rand abgeschnitten, so kann das Glas aufgehobenund zur Schneidcstubc gebracht werden. Hierzu treten mehrere Arbeiter auf dieeine Längsseite der Tischplatte, und unterfahren die hier aufliegende Kante desetwa zu einem Fünfthcil seiner Breite über die gegenüber liegende Tischkante her-Ubergeschobenen Glases mit ihren Fingern, während andere den freien Rand derTafel, ihn mit Filz belegten Handschuhen fassend, stützen. Auf ein gegebenes Zeichenhebt dann die eine Abtheilung ihre Seite in die Höhe, die andere läßt die ihrigeherab, und wird hierdurch das Glas, um die als Drehungsachse dienende TischkanteGlasfabnkation. ->o