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Zweiter Band.
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Karniffelspiel

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Bekanntlich sind verschiedene Feste und Gebrauche derHeiden, besonders der Römer und Griechen, von denCyristen, sowohl in der Kirche als im bürgerlichen Lebenbeibehalten worden. Unter diesen ist auch das Fest desSalurnus, Saturn« lien genannt, welches lange vorden Römern bei den allen Einwohnern von Italien , undbei den Griechen gefeyert wurde. Jene haben eS schonim I. d. Welr 3487 vor Chr. G. 497. und nach Er-bauung der Stadt Rom 257 bei sich eingeführt. Eswurde auch eben in der traurigsten Jahreszeit begangen,denn es sing bei den Römern zuerst mit dem lyten De.cember, hernach mit dem i7ten December an, und wur-de, als ein heiliges Fest, nach und nach aus 5, endlichgar auf 7 Tage verlängert, wiewohl dir Lustbarkei-ten noch langer dauerten. Diese waren von aller Art»wie auf dem heutigen Karnaval, gewöhnlich. Wennman hiezu noch andere Umstände, die bei KrünitzXXXlV. 7or. näher auseinander gesetzt sind, nimmt,so entsteht wenigstens die Wahrscheinlichkeit, daß dieKarnavals ursprünglich von den Saturnalien herzuleitenseyn mögten.

Karniffelspiel. Das älteste, deutsche bekannte Natio-nalkartenspiel, ist das LandknechtSspiel. Der NameLandsknecht (Lanzknechts, Lanzenknecht), der so vielals Soldat heißt, beweist, daß es von Kriegsleutenerfunden, oder zuerst gespielt worden. Nach dem Land«knechtsspirle scheint wohl das Karniffelspiel eines derältesten deutschen Spiele zu seyn, das noch jetzt» son»derlich unter dem gemeinen Manne, in Thüringen , sehrgewöhnlich ist. Der Name drückt nichts anders alsBalgen und Schlügen auf eine pöbelhafte Art aus.Es dürste aber nicht weit über das XVI. Jahrhunderthinaus gehen. Joh, Geiler von Kaisersdurg er»