Versammlung abgeholte Oberamtmann Dorer namens der Re-gierung die Erklärung ab: die Regierung sei weit entfernt,wirklichen Verbesserungen Hindernisse in den Weg zu legen;sie werde im Gegenteil die ihr übergebene Bittschrift vom12. September dem Großen Rate in seiner nächsten Sitzung zurfreien Beratung vorlegen. Inzwischen aber werde sie an dergesetzlichen Verfassung festhalten, bis diese gesetzmäßig geändert sei.
Diese Erklärung verfehlte ihren Eindruck nicht; kaum be-durfte es noch der Ermahnung einiger Führer, daß man inruhiger und würdiger Weise tagen wolle. Die Bittschrift vom12. September und eine zweite, ebenfalls gedruckte Petitionwurden vorgelesen, erörtert und besprochen. Schließlich erklärtedie Versammlung, daß die beiden Schriftstücke ihre Wünscheund Begehren sämtliche enthielten. Sie wählte einen Ausschuß,der sie nochmals dem Kleinen Rate unterbreiten sollte.
Dann schloß der Vorsitzende nach fast dreistündiger Dauerdiese denkwürdige Versammlung, und in völliger Ruhe, wie sieverhandelt hatten, so gingen die Männer wieder auseinander.
Auch der Oberamtmann meldete in seinem Berichte, „daßdie Versammlung in unerwartet ruhiger Haltung mit Anstandund vollkommener Ordnung sei abgehalten worden."
Drei Tage nach der Wohlenschwiler Versammlung erschienensieben Ausgeschlossene vor dem Amtsbürgermeister Fetzer, unterihnen der Ammanu Geißmann und Fürsprech Karl Rud. Tannervon Aarau , und überreichten ihm die Wohlenschwiler Beschlüsse,welche auch die Bitte um Aufschiebung der Wahlen enthielten.Der Bürgermeister nahm die Abgeordneten mit Wohlwollen aufund versprach, ihre Begehren an den Großen Rat zu bringen.Die Wahlen wurden jedoch nicht aufgeschoben, da die Regierungaus der ruhigen Haltung der zu Wohlenschwil Versammeltenschloß, daß die Ruhe überhaupt wieder hergestellt sei.
Allein der 17. November brachte ihr eine neue Überraschung:von den 48 Kreisen vollzogen nur 26 ihre Wahlen; die übrigen22, in gesteigertem Mißtrauen verharrend, wählten nicht.