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Historische Festschrift für die Centenar-Feier des Kantons Aargau 1903, verfasst im Auftrage der Centenarfeierkommission : die Geschichte des Aargaus, dem aargauischen Volke erzählt / von Ernst Zschokke
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251
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gerieten in Erregung; auf ihrer Seite stand die Mehrzahl ihrerGlaubensgenossen, vor allem aus in den Bezirken Muri , Brem-garten und Baden. Viele glaubten, es bereite sich ein Angriffauf die Religion vor. Es bildeten sich Vereine zur Bekämpfungdrohender Gefahren und zum Widerstände gegen das Placetund die noch aus den Badener Beschlüssen herzuleitenden Neue-rungen; so im Bezirk Muri der Verteidigungsverein, im BezirkBaden der katholische oder Wettingerverein. In Flugschriftenund Zeitungsartikeln rief man die Bevölkerung gegen die Be-schlüsse der Behörden auf; aber die hauptsächlichsten Anstifterder Bewegung, der Klosterarzt von Muri , Dr. Baur, der DekanGroth in Merenschwand und der Konventuale von Muri FranzSales Keusch von Boswil wurden durch obergerichtliches Urteilwegen ihrer Umtriebe hart bestraft.

Die Aufregung wuchs, als in das vorn Großen Rate imFrühling 1835 beratene neue Schulgesetz ein Artikel (8 6) aus-genommen wurde, der bestimmte, daß der Vorschlag für die inden Schulen zu gebrauchenden Religionsbücher vom Kantons-schulrat im Einverständnisse mit dem (katholischen) Kirchenrateauszugehen habe, also mit Umgehung des kirchlichen Oberhauptes,des Bischofs von Basel .

Dieser, Joseph Anton Salzmann , richtete nun am 10. April1835 ein Schreiben an den Kleinen Rat des Kantons, zu Handendes Großen Rates. Sein bisheriges Schweigen, schrieb er, seials Zustimmung gedeutet worden, weshalb er sich genötigt sehezu erklären, daß er die Badener Konferenz-Beschlüsse mißbilligeund die Jurisdiktion und die Rechte des bischöflichen Stuhlesvon Basel und der heiligen Kirche dagegen feierlich verwahre.Ebenso müsse er sich gegen jene Aufstellung des Schulgesetzesverwahren, da die Bezeichnung der Lehrbücher für den Religions-unterricht nicht einer staatlich ernannten Kommission, selbstwenn sie Priester zu ihren Mitgliedern zähle, zukommen könne,sondern allein dem Bischöfe. Und endlich bittet er, es möchteder Große Rat ein Dekret erlassen, vermöge dessen im katholischen