34 Das erneuerte Stammesherzogtum rc.
Die nächsten Folgen w,aren die Erhebung desSchwabenherzogs Rudolf znm Gegenkönig in der
1077 Reichsbersannnlung zu Forchheim am 15. März 1077 undweiterhin die furchtbare Verheerung Alemanniens durch den saus Italien von der Burg Canossa zurückeilenden KönigHeinrich, dessen Anhang in dem Maße wuchs — namentlichunter der antipäpstlichen Geistlichkeit —, wie der GlückssternKönig Rudolfs rasch verblich.
Ter Bruderkrieg, der ganz Deutschland zerfleischte, er-reichte in Schwaben seinen Höhepunkt und trug Feindschaftin alle Verhältnisse hinein. Da gab es einen kaiserlichenund einen päpstlichen Bischof und Abt, so in Konstanz , inder Reichen«: u. a. Rudolf und Bertold, den jetzt auch ^Familienbeziehungen mit der päpstlichen Partei verbanden— seine zweite Gemahlin Beatrix war eine Verwandteder Gräfin von Canossa —, wurden zu Ulm aller ihrer §Würden und Ämter entsetzt und mit der Reichsacht belegt.
Vorn schwäbischen Adel hielt namentlich Friedrich von Büren oder Hohenstaufen zum Kaiser.
Die Greuel, die sich in dem Ringen um den deutschen sKönigsthron in unsern Landschaften abspielten, waren soungeheuer, die Verwüstung so entsetzlich, daß dem greisenHerzog Bertold das Herz darüber brach und der Verstandvon Wahnsinn nmnachtet ward; auf seiner Burg Limburg bei Weilheim (württemü. O.-A. Kirchheim u. T.) beschloß ^
1078 er sein an Kämpfen und Ehren reiches Leben. In dem
83« von den Grafen von Calw 830 gestifteten Kloster Hirsau , >in der dortigen Aureliuskapelle fand er seine vorläufige Ruhe- ,stätte; später wurde er nach der Familiengruft in St. Peterübergeführt.
Ter Gegenkönig Rudolf fiel in der Schlacht an k
um der Elster im Oktober 1080; doch der Kampf der Parteientobte weiter, da in Schwaben König Heinrich seinen Freund