Buch 
Badische Geschichte / Karl Brunner
Entstehung
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Territorien bis Ende des Mittelalters.

deutschen Kaiserpolitik, hat vornehmlich durch unser Landmit seiner Menge von Klöstern und Kirchen Eingang zuuns gewonnen und, man kann wohl sagen, zum gut Teilauch erst sein besonderes Gepräge erhalten. Als mit demletzten Staufer des Reiches Herrlichkeit zu Grabe gegangenwar, hat unser Land seine führende politische Rolleausgespielt für immer. Doch zeigt auch die terri-toriale Zersplitterung, die hier jetzt mehr als irgend-wo sonst hervortritt, ein typisches Bild deutscher Ver-hältnisse. Seine kulturgeschichtliche Bedeutungaber behält der Südwesten noch das ganze Mittelalterhindurch.

Die wichtigsten Territorien bis zum Ausgang desMittelalters.

Die Betrachtung der aus den Trümmern des Herzog-tums entstandenen Territorien beginnt mit der MarkgrasschaftBaden, dem geschichtlichen Kern des heutigen Großherzog-tums. Ihre Entstehung reicht noch weit zurück in die vor-hergehende Periode.

1052 Der älteste Sohn Herzog Bertolds von Kärnten ,Hermann, erhielt die meisten Besitzungen der Familie imBreisgau , in derOrtenau und im übrigen Schwaben nebst dem von Verona (ohne dessen Besitz) hergeleitetenMarkgrafentitel. Wahrscheinlich brachte Hermann durchseine Vermählung mit Judith, der Tochter des GrafenAdalbert von Calw, die Grafschaft Forchheim imfränkischen Albgatt und Nfsgan mit dem Schloß Hohen-baden an sein Haus. Hier liegen die Anfänge einerglücklichen Vereinigung fränkischer und ale-mannischer Elemente in den Besitzverhältnissen und