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Badische Geschichte / Karl Brunner
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Geistliche Herrschaften.

Ferner kommen in Betracht zahlreiche Äollcgiat- und andereStifte, so in Konstanz , Freiburg , Breisach , Überlingen , Baden,Pforzheim , Heidelberg und Mosbach .

Der Weg, den die für unsere Landschaft so bedeutungs-volle Entwicklung des Mönchswesens genommen hat, istdas ganze Mitkelalter hindurch gekennzeichnet durch dieWirksamkeit der gelehrten Benediktiner (St. Gallen undReichenau ) in den ersten christlichen Jahrhunderten, durchdie kirchlich-politische Agitation der Cluniaeenser (Hirsnnund St. Blafien) im 11. und 12. Jahrhundert, durch dieketzerverfolgende Apologetik der besonders in Städten (Frei-burg, Konstanz , Heidelberg , Pforzheim u. a.s ansässigenT ominikan er und Franziskaner gegen Ende des Mittel-alters.

Lrdensherrfchaftcn. Die Johanniter erhielten durch1275 Markgraf Heinrich von Hochberg 1275 die Vogtei Heitersheim1505 im Breisgau , wohin 1505 der Sitz des Großpriorats der Mal-teser verlegt wurde. Johanniterkommenden waren auch seit1257 1257 zu Überlingen und zu Villingen .

1272 Der Deutsche Orden gelangte 1272 in den Besitz der1188 Bodenseeinsel Mainau , wo eine Komturei errichtet wurde; 1488erwarb er die Herrschaft Blumenfeld dazu. In Beuggen cnt-1283 stand 1298 eine Kommende, in Freiburg war eine solche seit

1298 1 268.

Nicht weniger reich als das vielgestaltige politischeLeben hat sich im Mittelalter das Kulturleben der ober-rheinischen Landschaft entwickelt. Welche Bedeutung dieserdabei in der deutschen Geschichte zukommt, wurde oben schonberührt. Waren die Träger der Bildung im früheren Mittel-alter die Geistlichen, insbesondere die Klostergeist-lichen, so darf unser Land mit seiner stattlichen Zahl vonKlöstern und geistlichen Herrschaften einen hervorragendenAnteil davon für sich beanspruchen. In der Karolinger-zeit waren die Abteien St. Gallen und Reichenau