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Badische Geschichte / Karl Brunner
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Der Dreißigjährige Krieg.

i»72Sylvmr von Ladenbnrg zn Heidelberg im Jahre 157L.^1576 wurde wieder das Lutherlhum, 17,84 der Calvinis­ mus , im Dreißigjährigen Krieg je zweimal der Katholi-iWszismus und der Calvinismus , 1685 endlich wiederum derKatholizismus herrschend.

Die Pfälzischen Wittclsbacher haben seil demAnfang des 17. Jahrhunderts die Führung desd e u t s ch e n P r o t e st a n t i s m n s ii b er n o nun en. FriedrichIV.i6v8ist das Haupt der 1008 gegründeten evangelischenUnion geworden, die die politischen und militärischen Kräfteder protestantischen Stände vereinigte, wie sich die derwog Gegner das Jahr darauf in der von dem bayrischen Wittels-bacher geleiteten Liga sammelten. So war das längstschon kirchlich gespaltene Reich auch in zwei feindliche mili-tärische Lager geteilt. Tie Spannung wuchs und wurdeje länger um so unerträglicher. Es bedurfte nur einesAnstoßes, um den Stein ins Rollen zn bringen.

Der Dreißigjährige Krieg.

Diesen Anstoß gab der Pfalzgraf bei Rhein, derebenso politisch unfähige wie von maßlosem Selbst-vertrauen und Ehrgeiz erfüllte Kurfürst Friedrich V. ,indem er, offenbar auch unter der Einwirkung seiner hoch-strebenden Gemahlin, der englischen Königstochter Elisabeth,nach der böhmischen Krone griff, die ihm Revolutionäreie>2oanboten. Tie Schlacht am Weißen Berg warf nichtnur seinen Königsthron samt dem Kurfürstenstuhl raschüber den Haufen, sie schlenderte auch die Brandfackel desKrieges alsbald in die gesegneten Pfälzischen Gaue, die dasganze Elend der dreißig Jahre bis zur Neige zn kosten hatten.Tie Spanier unter Spinola und die lignistischen Truppen