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Badische Geschichte / Karl Brunner
Entstehung
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84
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Zeit der Reformation und Gegenreformation.

Es war eine Wohltat für das ganze Land, daß derKurfürst von der Pfalz , derTruchseß von Waldburg und derBischof von Würzbnrg endlich mit aller Energie dem Treibenein Ende machten (Schlachten bei Pfeddersheim , bei Königs-höfen a. d. Tauber). Harmloser war der Verlauf derBewegung in der Markgrafschaft Baden, wo ein Aufruhrim Pfinztal (Berghausen ) rasch unterdrückt wurde. Tiewichtige Folge dieser Kämpfe war die erneute Stärkungder fürstlichen Gewalt.

Ter Gang der kirchlichen Reformbewegung wurde vondiesen Ereignissen wenig beeinflußt, obwohl gewisse Zu-sammenhänge zwischen beiden, besonders anfangs im Ober-land, zutage traten.

In Konstanz hatte sich die Neuerung fest eingewurzelt;rsso auf dem Reichstag zu Augsburg 1530 übergab die Stadtmit drei anderen die Oonkssmo lllstraxolitMa und trat mitiL4L Entschiedenheit dem Schmalkaldischen Bunde bei. 1545wurde die Grafschaft Hanau-Lichtenberg unter GrafPhilipp IV. evangelisch, in der Pfalz mußte sich der persönlichdemübertritt abgeneigte Kurfürst LudwigO. zu weitgehendenReformen verstehen. Sein Nachfolger FriedrichII . führte15451545 endlich die Reformation offiziell in der Pfalz ei».

^ Der Schmalkaldische Krieg 1546/47 berührtei°47 unsere Landschaft mehrfach empfindlich. Ein baltischer Prinz,Bernhard, Markgraf Einsts Sohn, kämpfte auf feiten desBundes, dem auch der Kurfürst von der Pfalz, Friedrich II.,Wilhelm von Fürstenberg und die Stadt Konstanz angehörten.Herzog Alba suchte mit seinen spanischen Horden dieNeckargegenden schwer heim; Kurpfalz mußte sich unter-werfen und verlor die Herrschaft Boxbcrg*) an den kaiser--

*» Die Herrschaft war vor ihrem Anfall an Kurpfalz rofenbergscher Besitz gewesen; 1561 kanite sie Kurpfalz wiederzurück.