Vorn Westfäl. Frieden bis zur Franz. Revol. 98
In den verheerenden Kriegen, die der allerchristlichsteKönig gegen Deutschland entfesselt hat, sind unsere Gegendender Tummelplatz seiner zuchtlosen Truppen geworden. Siehaben Unheil und Vernichtung ins Land getragen, weit furcht-barer und nachhaltiger, als es selbst der Dreißigjährige Kriegvermocht hat.
Der Schaden des Hauses Baden-Durlach allein wird für dieJahre 1688—1667 auf 6 Millionen, für die Jahre 1702—1711auf öhz Millionen Gulden „aufs geringste berechnet" angegeben.
Im Holländischen Rachekrieg 1672 — 1678 wurde biszunächst die Pfalz in Mitleidenschaft gezogen, deren Fürstumsonst seine treffliche Tochter Elisabeth Charlotte in denk-bar unglücklicher Ehe mir Ludwigs XIV. Bruder, demHerzog Philipp von Orleans, der Politik geopfert hatte.Tureune kämpfte siegreich beiSinsheim gegen den Herzogvon Lothringen und lieferte bald die ganze Pfalz in dieHände seiner schrecklichen Soldateska. Da überkam denedlen, ritterlichen Kurfürsten Karl Ludwig heiliger Zorn.
Um von seinem unschuldigen Volke weiteres Verderben ab-zuwenden, forderte er den französischen General zum Zwei-kampf heraus. „Ich will nur meine armen Untertanenrächen, und da ich dies nicht an der Spitze eines Heerestun kann, welches sich mit dem Ihrigen messen dürfte, sogeschehe es auf diese Art." Tnrenne verschmähte es, daraufeinzugehen. Im Jahr 1675 fiel er in einem Gefecht beimwSasbach , worauf die Franzosen weitere Niederlagen erlittenund Philippsburg verloren. Gleichwohl brachte der Friedevon Nymwegen 1678 eine abermalige Verstärkung derw78französischen Stellung am Lberrhein. Gegen Verzicht aufdas Besatzungsrecht in Philippsburg erhielt Ludwig XIV. die feste Stadt Freiburg . Die Universität wandertedamals nach Konstanz aus, wo sie 2«) Jahre lang eindürftiges Dasein fristete.