Kleinere wcltl. u. geistl. Gebiete. Klöster. 12ö
Voil deir Klöstern, denen seil der Reformation vor-nehmlich Bürger- nnd Baucrnsöhne zugingen, war das be-deutendste St. Blasien , das 1612 die Grafschaft Bonn-rsmdorf und damit die Reichsstandschaft erwarb. Im Jahre1746 wurde der Abt von St. Blasien zum Reichsfürsten mverhoben. Z»r höchsten Blüte gedieh die Abtei unter derRegierung des Fürsten Martin Gerbert (1764 bisher1793). Tiefer als Regent wie insbesondere als Gelehrteresausgezeichnete Mann machte sein Kloster geradezu zu einerAkademie, an der Männer wie Marqnart Herrgott, Rnste-nus Heer, Ämilins Ussermann, Trudbert Nengard u. a. tätigwaren, und von wo aus wissenschaftliche Anregungen weitüber Deutschlands Grenzen hinaus gingen. Ähnlich wie dieMannheimer Akademie für das Unterland, so arbeiteten dieSanktblasianer für das Oberland an der Erschließung derheimatlichen Vergangenheit. Gleichzeitig war Martin Gerbert für die Reformen des höheren Unterrichts im Benediktiner-orden wie für die Verbesserung der Volksschulen in seinerAbtei eifrig tätig (treffliche Schulordnung von 1771), hier imfreilich bei der Halsstarrigkeit der Waldbevölkerung ohnenachhaltigen Erfolg. — Wie St. Blasien bei den Benedik-tinern, so hatte Salem bei den Cisterciensern eine führendeStellung. Seine Äbte waren meist Gencralvikare des Ordensfür Deutschland und dazu Direktoren des schwäbischen Prä-latenkollegiums. Die alte Klosterschule wurde um die Mittedes 18. Jahrhunderts zum Gymnasium erhoben. — Er-wähnt sei schließlich noch die Abtei Reichenau, die zwarschon 1540 in das Bistum Konstanz inkorporiert wordenwar, aber seitdem und namentlich in der zweiten Hälfte des18. Jahrhunderts angestrengte Versuche machte, ihre Selb-ständigkeit wieder zu erlangen. Es war insbesondere derPrior Meichelbeck, der kein Mittel unversucht ließ, umdem altberühmten Kloster wieder zu neuem Glanz zu ver-