Großh. Friedrich.
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Badener", so ruft er diesem einmal zu, „wissen Sie,daß die höchste Ehre ist, ein guter Teutscher zusein." Der Anschluß an Preußen war für ihn dieeinzige Lösung der deutschen Frage. Auf dem Fürstentagzu Frankfurt im Jahre 1863 hat er darum auch mit ent-rsasschiedener Offenheit die Führung Österreichs abgelehnt.
Und es war ein herrliches Zeichen seines starken Glaubensan die deutsche Zukunft, daß er im Jahre 1866, als ihniM-der Unwiderstehliche Zwang der Verhältnisse sehr gegenseinen Willen auf die Seite der Gegner Preußens stellte,seinem zum Bruderkrieg ausziehenden Leibgrenadierregimentden Scheidegruß mit einem Hoch auf das gemeinsamedeutsche Vaterland geboten hat. Der rasche Verlaufder Dinge führte ihn bald an den richtigen Platz. Baden schied noch während des Kampfes aus dem Deutschen Bund aus und schloß mit Preußen eine Militärkonvention.Nach vollendeter Umgestaltung des Heerwesens fochten diebadischen Truppen im preußischen Verbände Schulter anSchulter mit den übrigen deutschen Brüdern im Kriege1870/71 unter den Generalen Beyer, von Werder , Von^/OGlümer und Prinz Wilhelm, dem Bruder des Großherzogs, i8?ider schon 1866 die badischen Truppen befehligt hatte;Straßburg , Nuits, Lisaine und Belfort sind Zeugen ihresHeldenruhmes. Mit opferfreudiger Begeisterung stand dasbadische Volk hinter seinen Truppen. Dem Großherzog Fried-rich, der sich im November 1870 dem Norddeutschen Bund angeschlossen hatte, war es schließlich vergönnt, in eigenerPerson das Einigungswerk zu krönen, er hat Pate ge-standen dem jungen Deutschen Reiche. Sein Hoch, mit demer den ersten Deutschen Kaiser aus dem Hause Hohenzollern im Schlosse zu Versailles begrüßt hat, klingt heute noch herüberzu uns und weckt mächtigen Widerhall im ganzen Vater-lande. Baden gilt seitdem als eine Säule des Reiches,