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Konstanz.
Mehr hatte die Insel, auf welcher auf dem Platz bei derjetzigen Seebadanstalt eine Bastion errichtet war, von den feind-lichen Schiffen während der Belagerung der Stadt durch dieSchweden im Jahre 1633 zu leiden und noch ist an der Aussen-wand des Husenthurmes eine Kugel eingemauert, die damalshereingeschossen wurde.
Yon der auf dem Kordende der Insel früher gestandenen rJfiMühle und dem grossen Krahnen, woran die Schiffe durch die ,3reissende Strömung unter der alten hölzernen Rheinbrücke her- üaufgezogen wurden, ist längst nichts mehr zu sehen. j*l
Diese Bauten mussten allmählig Fabrikzwecken dienenden :Anlagen weichen, denn auch das mittlerweile sehr verarmte 8Konstanzer Prediger-Kloster gehörte unter die Zahl derjenigenwelche Kaiser Josef II. aufhob. ~
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In Genf waren damals politische Wirren entstanden und .eine grössere Anzahl dortiger Familien wollte desshalb ihreHeimat verlassen und hatte Ähnlichkeit der Lage von Konstanz ,!>]mit derjenigen von Genf wegen Konstanz für ihre Niederlassungin’s Auge gefasst
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Kaiser Josef hocherfreut seiner Stadt Konstanz durch diesenZuzug von Aussen und namentlich durch Industrien aufhelfen zukönnen, versprach den reformirten Genfern die ungestörte Aus-übung ihrer Religion und für eine gewisse Zeit Steuer- und ;jMilitärfreiheit und wies ihnen grossentheils auch für die Erricht- Hung gewerblicher Anlagen geeignete Grundstücke an. 1: