Hohentwiel. 113
bindung setzte; von Gefangenen, welche in einem solchen unter-irdischen Gefüngniss auf Hohentwiel gesessen haben sollen, istwenigstens nichts bekannt. Auf dem Wege zwischen den Eber-hardsruf und der Eberhardswacht stand die von Widerhold er-baute Kanzlei und der s. g. Neubau; diesem gegenüber befandsich das Bandhaus und das Zeughaus, in dem einst ver-schiedenes eigenes und erobertes Geschütz und Kriegsgerätheaufbewahrt wurde, wie z. B. eine Anzahl Kanonen mit mancherleikomischen Bildern und Inschriften. Gegenüber dem Zeughauseund neben dem Rundeil befindet sich die s. g. Altane oderscharfes Eck, von welchem man eine schöne Aussicht hat.
Auf einem schmalen Wege zwischen der Ringmauer und denZeughause gelangt man auf den höchstgelegenen freien Platz mitbedeutendem Mauerwerk. Dieses letztere bildet den Sockel vonWindmühlen , die einst Widerhold erbauen liess, als dieOesterreicher seine Wassermühle an der Aach hei Singen gänzlichzerstört hatten.
An der Ringmauer zur Linken gegen Westen war dieHoch wacht, von welcher aus man die Signale der untern Festunggab und von ihr empfing. Kehrt man sich rechts um, so erblicktman die fürstliche Burg, welche Herzog Christoph 1534 ander Stelle einer uralten Burg erbaute. Sie bildet ein Gebäudemit 3 Flügeln, das eine nördlich laufende Mauer zu einem Vier-eck verband. Die Burg hatte zwei Thürme, einen runden linkerHand, vom Portal an gerechnet, und einen eckigen auf der Seitewo die kleinere Ausgangspforte der Burg sich befindet Letztererist noch in wenigen Trümmern sichtbar und war in früherer Zeitvon geringerem Umfang, der erstere aber hat dadurch eine Be-deutung, dass er der Burg gleichsam als Eckpfeiler dient, denn