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Die Schweizerische Literatur des achtzehnten Jahrhunderts / / von J.C. Mörikofer
Entstehung
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III. Bodmer

1. Godmers Ingend imd Bildung.

Johann Jakob Bodmer wurde i. I. 1698 zu Grciffenscegeboren, wo sein Vater Pfarrer war. Im väterlichen Hause walteteeine patriarchalisch fromme Stille: denn die Briefe der Scinigcn gebendas Bild eines schönen, in Gott heitern Friedens, der von der Weltweder berührt noch gestört wurde. Das gleiche Gepräge friedlicherStille trug das Gelände, in dem Bodmer seine erste Jugend verlebte:er freute sich im Blick auf den ruhigenLandsee," die Alpen, den herr-lichen Wald, die heitern Hügel und die alten Burgen. Daher vergegen-wärtigte er im höchsten Alter sich und seinen Freunden diese lebhaftenBilder seiner Kindheit. Einsam in Wald und Feld herumzustreifen,im See zu baden, oder noch lieber mit den Schlittschuhen über den-selben hinzufliegen, war seine höchste Lust. Jugcndgespielcn hatte erkeine, oder nur vorübergehend. Daher versenkte sich der lebhafte Knabefrüh in die Bücher. Vor allen zog ihn die Bibel an, indem ihn vor-nämlich die Erzväter und Helden und die Wunder der Propheten er-füllten; im neuen Testament fesselte ihn hauptsächlich die Offenbarung.Bald auch nahmen ihn Ovids Verwandlungen und alte Hcldcnromancin Anspruch. Ueber solchen Unterhaltungen kamen freilich die grammati-kalischen Studien zu kurz. Allein als er nach Zürich versetzt wurdeund bald mit Jakob Zimmcrmann und Heinrich Meister eine Freund-schaft schloß, die nur durch den Tod getrennt wurde, ging ihm all-mählig das Licht für die Alten auf. Stets aber fesselte ihn dasWunderbare und Abenteuerliche am meisten und darum warf er sichmit Eifer auf das Studium der Dichter, unter denen Virgil und HomersOdyssee ihn vorzüglich anzogen: so wurde ihm im Interesse für denInhalt auch die Sprache bald leicht und geläufig. Reben den Alten