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Die Schweizerische Literatur des achtzehnten Jahrhunderts / / von J.C. Mörikofer
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131
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Botmers Sieg.

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Herzen stimmte damals noch Bodmcr der schwärmerischen Frcundschafts-und Liebcspoesie der beiden Jünglinge bei, daher er nach Pyra's Todederselben Lieder herausgab (1745), zu derselben Zeit, als er sogar dievon Opitz selbst unterdrückten freien erotischen Lieder wieder ans Lichthervorziehen zu sollen glaubte. Die Wuth, mit der die Gottschcdianerden armen Pyra noch im Tode verfolgten, schlug sehr zu ihrem Nachtheilaus; wcßhalb Bodmcr der getrosten Hoffnung lebte, daß es mit Gott-sched nun so viel als aus sei. Daher ließ er diesen im Strukarasober die Bekehrung" ein Sündcnbckcnntniß ablegen, worin derselbeurkundlich Punkt für Punkt seine bekannten Mangel und Verstöße gegenden Geschmack und die Poesie aufführt, der Nation Abbitte thut unddem Schreiben und Dichten für immer absagt. Dagegen wird er Buch-binder und bindet nur Schriften gegen seine eigenen Werke, was ihn ganzvergnügt macht.

10. öodmers Sieg.

Wenn in der Sammlung der kritischen Schriften derZürcher der Streit mit Gottsched einen unverhältnismäßig großen Raumeinnimmt, so begegnet man doch wieder andern Arbeiten, in welchenBodmcr neu und bahnbrechend war. Namentlich findet sich eine Ab-handlung, Von den vortrefflichen U m ständen für diePocsieunter dcnKaisern aus dcin schwäbisehcn Hause" (1742),welche die erste Nachricht und Empfehlung der Minnesänger und zugleicheine einsichtsvolle Charakteristik jener Zeit und ihrer Poesie enthält.Als Fortsetzung dazu kann betrachtet werden die fernere AbhandlungVon der Poesie des fünfzehnten Jahrhunderts", woriner vorzüglich Scbastian Brand und Fischart hervorhebt, und die-jenigeVon dem Zustande der deutschen Poesie bei Ankunftdes Mart. Opitz." Freilich muß man gestehen,. daß auch hierkeinerlei ausgebildete und durchgeführte Ansichten sich vorfinden, sonderndaß Bodmcr nur im Umsehen einige Blicke thut und einige Gedankenhinwirft, welche so lose und unfertig gedacht als geschrieben sind. Wasdagegen von schönwisscnschaftlichcn Versuchen vorkommt, ist mit wenigenAusnahmen kläglich und ein nicht zu verkennender Beweis, daß dieZürcherische Kritik lange für die nächste Umgebung von geringer Wir-kung blieb. Daher klagt auch Bodmcr seinem Freunde Zellwcger, daßihm seine Satyren Verdruß machen, und daß die Mehrheit in Zürichdieselben mißbillige. Denn der praktische, nach schnellen Resultaten

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