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Normer.
dem Spaziergange sein Vergnügen. Klopstock, von Freude belebt,hüpfte mit seinem Mädchen durch den Wald und half meiner Doris dasLied auf Hallers Doris singen. Ich folgte ihnen eine Weile nach;aber die brennende Sonnenhitze gab mir ein Gefühl des hohem Alters;ich suchte meinen R . . . ., dem Klopstock sein Mädchen genommenhatte, der half mir den Alten machen. Doch bald verjüngten wir unswieder, und was mein Herz am meisten erfrischte, war Klopsiocks Freudeund der Dank, den er mir, als dem Urheber dieser Lustreisc, auf dieWangen küßte. — Man sammelte sich bey der frohen Tafel, zerstreutesich dann wieder und genoß die Annehmlichkeiten dieses Ortes, bis ver-längerte Schatten uns die Rückreise antreten hießen. Kaum waren wireingeschifft: so wurde Klopstock noch um eine Vorlesung gebeten. Er-gab uns ein Fragment, Abbadona (Mcss. V. Ges. V. 486—702),den redlichsten Teufel, den je die Hölle sah. Voll zärtlichsten Mitlci-dens baten unsre Freundinnen einmüthig den Dichter, jenen Elenden.Reuevollen doch in seinen Schutz zu nehmen und ihm die Seligkeit zuschenken. Klopstock erzählte, daß schon eine ähnliche Gesellschaft inMagdeburg für die Beseligung dieses Teufels einen förmlichen Synv-dalschluß gefällt habe, unter dem Präsidium des Herrn Hos-PredigerSak; doch hätte er sich damals durch keine Unterschrift seine poetischeFreiheit rauben wollen und würde es auch heute nicht thun. — Klop-stock sah nicht gerne den Ernst so sehr übcrhand nehmen. Er las unseine anakreontischc Ode seines Schund, ganz in Glenns Geiste, dannsang er uns Lieder von Hagedorn vor; so schön fand ich sie noch nie:aber es ward auch kein Gedanke unempfunden gesungen; dies ersetzte,was an musikalischer Kunst mangelte. Die Sonne war allmähligniedergegangen, einmal noch schien sie sich zu erheben und lächelnd unsanzublicken; endlich sank sie ganz hinter die Berge hinab; das wallendeFeuer, das noch eben aus dem Wasser schwebte, erlosch in ein dunklesGrün. Noch sahen wir an den entfernten Schncebcrgcn beleuchteteStellen. Doch die Dämmerung überzog auch diese mit ihrem grauen »Flor, und goß eine feierliche Stille über die Natur: sie wollte sich unserbemächtigen, wir widerstanden ihr aber tapfer. Begleitet von schwatzen-dem Witze waren wir unvermuthct wieder bei dem Kcllcrschen Landhauseangelangt, wo wir gefrühstückt hatten. Lächelnd kam untz die ehrwür-dige alte Dame entgegen. Unsere Freude hatte sich in ihr theilnchmcn-dcs Herz ergossen; sie gab uns Lichter, damit wir nicht aufhören müß-ten, die Grazien der Fröhlichkeit und Freundschaft in den Blicken und