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SaliS.
sinnigen und erhebenden Ausdruck. Denn sonst läßt eS sehr gleichgül-tig, wenn der ruhige, gesunde und glückliche Schweizer, nach der Modeseiner Zeit, so oft in Thränen zwischen Gräbern schleicht. Gleichwohlhat er durch seine zarten, gefühlvollen und melodischen Klänge nichtunverdient den Namen Sänger der „Wehmuth" sich erworben, weilsein Lied unter denjenigen der lhräncnrcichen Schmachter jener Zeit dascmpsundcnste und natürlichste war, wie z. B. das mitten aus Herzund Leben geschöpfte „Lied eines Landmanns in der Fremde" und„Kinderzeit." Allein das Lied der Freude, der ländlichen Zufriedenheit,des Jugendglücks, wie vornämlich — „Seht, wie die Tage sich sonnigverklären —" steht dem reinen und edeln Gemüthe noch besser an.
Während seine elegischen Dichtergcnossen verschollen sind, lebtSalis noch in frischem und lebendigem Andenken unter seinem Volke,weil er einen wannen und kräftigen vaterländischen Ton anzuschlagenverstand, indem er in seinem Heimweh und in seiner Wchmuth nichtnur weinte, sondern seine Brust zu liebevoller Begeisterung sich erhob.Der Schluß der zu Paris im Jahre 1783 gedichteten „Elegie an meinVaterland" gehört in seiner kräftigen Kürze zu den besten und schönstenvaterländischen Klängen.
Heil dir und Lauernde Frcikeit, du Land der Einfalt und Treue!
Deiner Befreier Geist ruh' auf dir, glückliches Volk!
Bleib durck, Genügsamkeit reich und groß durch Strenge der Sitten:
Rauh sei, wie Gletscher, dein Muth; kalt, wenn Gefahr dich umblitzb.
Fest, wie Felsengebirge, und stark, wie der donnernde Rheinsturz; '
Würdig deiner Natur, würdig der Vater, und frei!
Bei dieser Gesinnung trug daher der würdige Mann die Fesseln desfremden Kriegsdienstes schwer und sehnte sich nach einer Lebensstellung,von der er würde sagen können:
Nndingbar, keines Fürsten Waffenknecht,
Zu edelstvlz, um Rang und Sold zu werben,
Entsagt' ich nie der bessern Menschheit Recht,
Für Völkerglück zu siegen und zu sterben.
Allein er hatte in Frankreich noch die wildesten Revolutionsjahrc durch-,zumachen, ehe es ihm vergönnt war, im Jahre 1794 in die ersehnteHeimat zurückzukehren. Hier war er jedoch wirklich so glücklich, inseinem schönen Malans ein Landleben zu führen, wie er sich dasselbe inder Ferne geträumt. Er besang seine „Bcrenice" als Geliebte freilichauf sehr gewöhnliche Weise, dagegen war sein Familienleben von be-sonderer Innigkeit, wie seine eigenen Briefe, die Zeugnisse der Freunde