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7. Die Philosophie aber vollendet den Baumeister im Adelder Gesinnung und in soweit, daß er nicht anmaßend, sondern viel-mehr gefällig, billig und gewissenhaft sei, ohne Habsucht, was dieHauptsache ist; denn kein Werk kann in der That ohne Gewissen-haftigkeit und Lauterkeit der Gesinnung gedeihen; auch soll er nichtbegehrlich sein und nicht ausschließend darauf bedacht sein, Aufträgezu erlangen, sondern taktvoll seine Würde wahren, indem er sich ingutem Rufe erhält; denn dieß schreibt die Philosophie vor. Ueber-dies gibt die Philosophie Aufschluß über das Wesen der Natur,auf griechisch Physiologie genannt, was er ziemlich eingehend kennengelernt haben muß, weil ihm viele und verschiedenartige natur-wissenschaftliche Fragen vorliegen, wie z. B. bei den Wasserleitungen;denn durch den Lauf und die Biegungen und durch die Einsenkungenbei sonst wagerechter Ebene entstehen auf diese oder jene Weise Luft-strömungen, deren Wirkungen Niemand wird hemmen können, dernicht aus der Philosophie die Grundgesetze der Natur kennen gelernthat. Ferner wird, wer immer die Bücher des Ktefibios oder Archi-medes '), welche Vorschriften bezüglicher Art verfaßt haben, lesenwird, ihrem Sinn nicht folgen können, wenn er nicht über dieseDinge von den Philosophen unterrichtet ist.
8. Die Musik aber muß er verstehen, damit er die Kenntnißvon den Gesetzen der Töne und ihren mathematischen Verhältnisseninne habe?), außerdem damit er die Spannung der Batisten, (Kata-pulten und Scorpionen richtig in'S Werk setzen könne. Denn in denHauptbalken rechts und links find die Löcher der Zusammenstimmung,durch welche vermittelst Winden und Hebebäumen die aus Sehnengedrehten Seile gespannt werden, welche Seile nicht abgekeilt, noch
Gebälke von diesen Statuen getragen. Möglicherweise bildete auch diese obereStatuenreihe nicht ein besonderes Obergeschoß, sondern nur eine Erhöhung derPorrieus, nach Analogie deö Inneren vom JeuStempel zu Agrigent, der soge-nannten Jneantada von Salonicht, und der ähnlichen jetzt ganz zerstörten Rui-nen von Evora in Portugal und von Bordeaux, welche letztere, unter demNamen le, Tutelle» bekannt, unter Ludwig XIV. angeblich aus strategischenGründen von Bauban geopfert wurde.
*) Don den hydrodynamischen Erfindungen dieser Näheres im neuntenBuche achtes Kapitel und im zehnten Buche-r- Dgl. das fünfte Buch viertes Kapitel.