Ächtes Auch.
Vorwort.
1. Von den sieben Weisen hat Thales aus Milet das Wasserals den Urstoff aller Dinge bezeichnet, Heraklit das Feuer, die Prie-sterschaft der Mager das Wasser und das Feuer; des AnaxagorasZuhörer Euripides, welchen die Athener den Bühnenphilosophennannten, die Luft und die Erde, indem diese, durch Empsängniß desvom Himmel kommenden Regens befruchtet, die Stammpaare derVölker und aller Thiere auf der Welt gebärend geschaffen habe, undindem alles das, was aus ihr entsprossen, durch das Gebot der Zei-ten gezwungen, sich auslösend zu derselben zurückkehre, und ebensodas, was aus der Luft entstanden, wieder gen Himmel zurücksteigeund nichts untergehe, sondern nur durch Auflösung verändert in seinefrühere Wesenheit zurücksinke. PythagoraS dagegen, Empedokles,EpicharmoS und andere Naturforscher und Philosophen haben vierGrundstoffe aufgestellt, und zwar Luft, Feuer, Wasser und Erde, derengegenseitige Verbindung durch eine von der Natur vollzogene Zu-sammensetzung die je nach den Unterschieden der Arten verschiedenenEigenthümlichkeiten verleihe.
2. Wir machen aber die Beobachtung, daß diese nicht blos dieUrheber des erst Entstehenden find, sondern auch, daß alle Dinge ohnejene Kräfte weder ernährt werden, noch wachsen, noch sich erhalten.Denn die Körper könnten ohne den regelmäßigen Wellenschlag des,Athmens kein Leben haben, d. h. wenn nicht die einströmende Luftbeim Ein- und Ausathmen unablässig neuen Zuwachs gäbe. Wäreanderseits nicht die gehörige Wärmebereitung in dem Körper, so
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