Fünftes Such.
Vorwort.
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1. Diejenigen, o Imperator, welche in umfangreicheren Büchernihre Gedanken und Lehren dargelegt haben, erwarben ihren Schriftensehr großes und hervorragendes Ansehen: o möchte es doch auch un-seren kunstwissenschaftlichen Arbeiten gestattet sein, durch Ausführ-lichkeit das Ansehen auch für diese Vorschriften zu erhöhen; alleindieß ist nicht so leicht, wie man glaubt. Denn man kann nicht soüber Architektur schreiben, wie man Geschichte oder Gedichte schreibt.Geschichtswerke fesseln an sich die Leser, denn sie bringen mannigfacheErwartungen neuer Ereignisse mit sich. Bei den Gedichten aberziehen die Versmaße und Füße, die gewählte Vertheilung der Worteund Sätze unter verschiedene Personen, und der Vortrag der Versedie Sinne der Leser an und führen sie ohne Anstoß bis an rasäußerste Ende der Werke.
2. Dieß kann aber bei Schriftwerken über die Architektur nichtder Fall sein, weil die durch das besondere Kunstbedürfniß gebildetenAusdrücke durch die ungewohnte Redeweise das Verständniß erschwe-ren. Da nämlich diese Ausdrücke an sich nicht allgemein verständlich,noch ihre Namen in der Umgangssprache gangbar sind, so werdenauch weitschweifige Lehrschristen, wenn man sie nämlich nicht zusam-menzieht und in kurzen und klaren Sätzen entwickelt, nur unbe-stimmte Vorstellungen bei den Lesern hervorbringen, da Wortreich-tbum und Nedefülle der Auffassung nur hinderlich ist. Indem ichunbekannte Benennungen und die Maßverhältnisse von den Gliedern