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Des Vitruvius zehn Bücher über Architektur / übers. und durch Anmerkungen und Risse erläutert von Franz Reber
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Amphitheaters sind, an der Rennbahn; für den Mars außerhalb derStadt, und zwar am städtischen Tummelplatz, und ferner für dieVenus am Haftn. Dieß ist auch von den etruscischen Haruspices inden Schriften ihrer Kunde so angezeigt, daß die Heiligthümer derVenus, des Volcanus und des Mars außer der Stadt angelegt wer-den, deshalb, damit die Genußsucht der Liebe bei den Jünglingenund Familienmüttern nicht einheimisch werde, ferner, weil dadurch,daß man die Macht des Volcanus mit Gebräuchen und Opfern ausden Mauern herausgerufen, die Gebäude von den zu befürchtendenBränden befreit bleiben dürften, und endlich weil, wenn Mars außer-halb den Mauern eine geweihte Stätte erhalten hat, unter den Bür-gern kein bewaffneter Zwiespalt entstehen wird, sondern der Gott diegegen die Feinde vertheidigten Mauern vor der Gefahr des Kriegesbewahren wird. 2. Auch der Ceres ist ein Platz außerhalb derStadt zuzutheilen, und zwar an einem Orte, welchen die Menschen,außer zum Opfer, nur höchst selten zu betreten nöthig haben, da dieseStätte mit frommer Scheu, keusch und mit heiligen Sitten verehrtwerden soll. Auch den übrigen Göttern sind nach der Art ihrerOpfer für ihre Tempel geeignete Plätze zuzutheilen.

*) Die etwas befremdliche Erwähnung der Amphitheater in augusteischerZeit hat namentlich W> Newton veranlaßt, den Vitruvius in die Zeit unter

Titus zu verlegen. Doch hat es in augusteischer Zeit gewiß schon in mehreren

Städten Italiens steinerne Amphitheater (der lange vorausgehenden hölzernennicht zu gedenken), ja selbst in Alexandria in Aegypten und in Nysa in Karien,von welchen beiden Städten um 730 d. St. Strabo XVII. 795; XIV. 643.

Amphitheater erwähnt, gegeben, wenn auch das von Statilius TauruS i. I.

725 d. St. erbaute steinerne Amphitheater, welches mithin ungefähr in die Zeitdes Regierungsantrittes des AugustuS gehört, das erste erweisliche derartigeGebäude von Stein in Nom ist. ES hat zwar die frühere Annahme, daß dieseGebäudeform in Etrurien ihre Heimat habe, durch die bisher bekannt gewor,denen derartigen^ Ueberreste in Etrurien, welche alle römischen Ursprungs sind,keine Bestätigung gefunden, wohl aber gehören wahrscheinlich einige campanischeAmphitheater in die Zeit der Republik (Henzen, ^tti äella pontik. »oaö. äi sreli.XII. p. 74), wie namentlich das von Pompeji (Henzen, ^nnai. clell' Inst. 6i6orr. areli. 1859. x. 2ll. und Garucci, Lull' epoca llell' »nt. komp. Kuli.Imi. 1862. p. 13). Vgl. Friedländer. Darstellungen aus der SittengeschichteNoms Bd. II. Anhang über die Spiele.

Vitruvius, Architektur.

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