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Des Vitruvius zehn Bücher über Architektur / übers. und durch Anmerkungen und Risse erläutert von Franz Reber
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ten sie dadurch, daß sie durch aufgehäuften Lehm Giebel herstellten,von den schrägen Dächern die Regentropfen ab.

4. Daß dieß aber aus den obenbeschriebenen Anfängen so ein-gerichtet worden sei, können wir daraus entnehmen, weil bis auf denheutigen Tag bei auswärtigen Völkern, wie in Gallien, Spanien,Lusitanien und Aquitanien die Häuser aus diesen Dingen errichtetund mit eichenen Schindeln oder mit Stroh gedeckt.werden. Bei demVolke der Kolcher in Pontus werden wegen des Ueberflusses an Wal-dungen ganze Baumstämme zur Rechten und Linken flach auf dieErde gelegt, indem man einen Zwischenraum zwischen ihnen läßt, derso groß ist, als es die Länge der Baumstämme zuläßt, dann werdenan den Enden dieser andere quer darüber gelegt, wodurch der Jnnen-raum der Wohnung umschlossen wird, indem sie dann (auf je zweiSeiten) abwechselnd, die Balken auf den vier Seilen weiter auflegen.Die Enden verbindend, und so mit den senkrecht auf den unterstenaufgeschichteten Baumstämmen Wände errichtend, führen sie Thürmein die Höhe') und füllen die Zwischenräume, welche wegen der Dickedes Bauholzes offen bleiben, mit Holzspänen und Lehm auS. DasDach ferner legen sie darüber, indem sie die Querbalken am Endeimmer mehr abschneiden, es stufenweise zusammenziehend; und soführen sie von den vier Seilen her in der Mitte eine pyramidaleSpitze in die Höhe, welche sie mit Laub und Lehm bedecken und soauf rohe Art ein vierseitiges Dach ihrer Thürme zu Stande bringen.

5. Die Phryger aber, welche in ebenen Gegenden wohnen,wählen, weil sie wegen Mangels an Waldungen das Bauholz ver-missen, natürliche Erderhöhungen, höhlen diese durch Graben in derMitte aus, treiben von außen Gänge hinein und erweitern den Raum,so viel als es die Beschaffenheit des Ortes erlaubt. Darüber aberbilden sie mit Pfählen, die sie mit einander verbinden, eine Art vonKegel, welchen sie mit Rohr und Reisig bedecken und darüber einenmöglichst großen Erdhaufen aufschütten. Die also beschaffeneEinrichtung der Dächer bewirkt im Winter sehr große Wärme, im

l) Es ist dieß der Blockhausbau, aus unbehauenen, alternirt nach der Breiteund Länge gelegten Baumstämmen, wie er noch in den Alpen für Heumagazineüblich ist, für welche überdieß des VerstreichenS mit Lehm nicht bedarf. DieDachcvnstructivn ist jedoch von der gegebenen verschieden.