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Des Vitruvius zehn Bücher über Architektur / übers. und durch Anmerkungen und Risse erläutert von Franz Reber
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und es senken sich die Lasten, welche die Mauern nicht zu tragen imStande find. Frischer Grubensand aber ist, während er für dasMauerwerk so große Vorzüge hat, für die Verputzung nichts nütze,weil bei der Fettigkeit ^ desselben der mit Spreu vermischte Kalkwegen seiner Hitze nicht ohne Risse trocknen kann. Der Flußsandaber erhält wegen seiner Magerkeit durch das Reiben mit dem Putz-hobel, wie beim Scherben-Estrich 2), im Verputz große Festigkeit.

Fünftes Inxrtel.

Der Kalk.

1. Nachdem nun hinsichtlich der Sandvorräthe das Nöthigevorbereitet ist, hat man auch bezüglich des Kalkes Sorgfalt anzuwen-den, daß er von weißem Bruchstein oder Geröll gebrannt werde, undzwar wird der aus dichtem und härterem Stein gewonnene für dasMauerwerk, der aus löcherigem aber für die Verputzung Vortheilhaftsein. Wenn er gelöscht ist, dann soll der Mörtel so gemischt werden,daß, wenn es Grubensand 3) ist, drei Theile Sand und ein Theil

*) Ich lese plngultuälne für das unerklärbare pinßuitulllnl.

2) Scherben-Estrich, opu» SiZninum, so genannt von Signia, einer Berg-stadt im südlichen Larium, woher diese Erfindung entweder stammte, oder wodie schönstfarbigen Töpfergeräthe und deren Scherben zu finden waren. Pli-nius XXXV. c. 12 sagt, daß das opns Signinum aus zerstoßenen Scherbenmit Kalk (und wohl auch Sand) geknetet bestehe, und zu Fußböden verwendetwerde. Man findet diese Arbeit noch in Italien, besonders im Venekianischen.Einen weiteren Gebrauch, sowie auch eine andere Behandlungsart des opu8Zlglunum beschreibt Vitruv im siebenten Kapitel des achten Buches.

Hier schulmeistert Schulh unsern Autor, dessen sprachliche Eorrectheitzwar Niemand vertreten kann. besonders herbe. Die Stelle lautet nämlich: 6umea (o«Ix> erlt extlnota, tune msteria ita minceatur, ut, «i erit tossitia, tresarenae et rinn calcis eonlunllantur . . . Schultz belustigt sich über denlieber,lichsten" Schriftsteller, der von einer ealx ko88itia und ealx marlna spreche;als ob to88ltia sich nicht auch auf msterla beziehen könnte! Der Autor denktaber überdieß an das unmittelbar nachfolgende Wort arena, und jeder denkendeLeser wird sich über das Unebene der stylistischen Unbeholfenhcit VitruvS hin.weg, die ko88itla »rena zusammenfinden können. Ein Beweis dafür, daß derAutor von dem, was er in seinem Buche zusammentrug, nichts verstand, folgtaus solcher Stylschwäche sicherlich nicht.