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Händen und Füßen auf den Rücken gelegt wird und man den Zirkel-mittelpunkt in seinen Nabel einsetzt, so werden, wenn man die Kreis-linie beschreibt, von den beiden Händen und Füßen Finger undZehen von der Linie berührt. Eben so, wie die Figur eines Kreisesan dem Körper dargestellt wird, so wird auch die eines Quadratesan ihm gesunden. ;Denn wenn man vom unteren Ende der Füße biszur Scheitelhöhe mißt und dieses Maß aus die aufgespannten Händeüberträgt, so wird man dieselbe Breite wie Höhe finden, wie dieß beiFlächen ist, die nach dem Winkelmaß quadratisch gemacht sind.
4. Wenn daher die Natur den Körper des Menschen so gebildethat, daß die Glieder seiner ganzen Gestalt in bestimmten Verhält-nissen entsprechen, so scheinen die Alten mit Grund es so festgesetztzu haben, daß sie auch bei der Ausführung von Bauwerken ein ge-naues Maßverhältniß der einzelnen Glieder zu der ganzen äußerenGestalt beobachten. Wie sie daher bei allen Bauwerken Ordnungs-vorschriften überlieferten, so thaten sie es besonders bei den Tempelnder Götter, bei welchen Werken Vorzüge und Mangel ewig zu seinPflegen.
5. Ebenso haben sie die Grundmaße, welche bei allen Bauwerkennothwendig zu sein scheinen, von den Gliedern des Körpers hergenom-men, wie den Zoll (Finger), Palm (Handfläche), Fuß, die Elle (Ellen-bogen, Vorderarm), und haben sie, eine vollkommene Zahl, welche dieGriechen Teleion nennen, zu Grunde legend, eingetheilt. Als voll-kommene Zahl aber haben die Griechen festgesetzt, was man zehnnennt, denn von den Händen ist die Zehn-Zahl der Zolle (Finger)und von den Zollen der Palm und von dem Palm der Fuß erfunden.Wie aber nach den Gliedern der beiden Handflächen zehn die vollen-dete Zahl ist, so billigt auch Plato diese Zahl als die vollendete,deshalb, weil die Zehnheit aus den einzelnen Fingern, welche bei denGriechen Monades heißen, entsteht. Sobald ihrer aber elf oder zwölfgeworden sind, so können sie, weil sie dieselben überschreiten, keinevollkommene Zahl mehr sein, bis sie zu einem anderen Zehner ge-langen, denn die einzelnen Dinge sind Theile jener Zahl.
6. Die Mathematiker aber, damit nicht einverstanden, habengesagt, daß die Zahl, welche sechs genannt wird, die vollkommene sei,deshalb, weil diese Zahl eine Gliederung hat, die ihrem aus der