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Des Vitruvius zehn Bücher über Architektur / übers. und durch Anmerkungen und Risse erläutert von Franz Reber
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6. Diese aber erlangen, je nachdem sie gestimmt werden, ver-

schiedene Eigenschaften; denn sie haken wachsende Tonabstände undSpannungen. Daher wird die Parhypate (nächsttiefste), welche indem harmonischen Tongeschlecht von der Hypate (tiefsten) eine Diesis,d. i. die Hälfte eines halben Tones, absteht, in das Chroma umge-wandelt, einen halben Ton Abstand haben. Der sog. Lichanos(Zeigefingerton) steht in der harmonischen Tonleiter von der Hypate(dem tiefsten Ton) um einen halben Ton ab, in's. Chroma übertra-gen, entfernt er sich um 2 halbe Töne, im Diatonon steht er von der .

Hypate um 3 halbe Töne ab. So bewirken die 10 Töne durch ihreStimmungsarten eine dreifache Verschiedenheit der Tonleitern. !

7. Viersaitensysteme (Tetrachorde) aber gibt es 5: erstens das Itiefste, welches auf griechisch Hypaton heißt; zweitens das mittlere,welches Meson genannt wird; drittens das verbundene, welches Syn-emmenon genannt wird; viertens das getrennte, welches Diezeug-menon genant wird; das fünfte wird, weil es das höchste ist, ausgriechisch Hyperboläon (das Uebermäßige) genannt.

Zusammenstimmende Klangverbindungen (Consonanzen), welche 'rdie menschliche Stimme von Natur aus hervorbringen kann undwelche auf griechisch Symphoniai heißen, gibt es 6: die Quarte, dieQuinte, die Oetave, die Quarte über der Octave, die Quinte über derOctave und die Doppeloctave. 8. Und diese Consonanzen haben des-halb ihre Namen von der Zahl erhalten, weil man sie dann, wenndie Stimme in einer (bestimmten) Tonstelle steht und von dieser ab-biegend sich verändert und in das 1. Tongebiet kömmt, eine Quart,wenn auf die 5. Tonstelle, eine Quint, wenn auf die achte eine Dia-pason (Octave), auf die achte und vierte eine Quarte über der Octave,auf die achte und fünfte eine Quinte über der Octave, auf die 15.eine Doppeloctave nennt. Denn zwischen den 2 Abständen könnenbei Saitenspiel oder Gesang weder in der dritten, noch sechsten, nochsiebenten Tonstelle Consonanzen hervorgebracht werden, sondern, wieoben geschrieben ist, nur die Quarte und die Quinte und die andernnach der angegebenen Reihe bis zur Doppeloctave haben nach demNaturgesetz der Stimme zusammenstimmende Lagen, und jener Zu-sammenklang entsteht aus der Verbindung der Töne, (welche ausgriechisch Phthongoi heißen^.