146
matiee hypaton die Quinte, als auch zur Chromatice meson dieQuarte gemeinschaftlichen Zusammenklang hat. 5. In der Mitteist nichts aufzustellen, deshalb, weil keine andere Art von Klängenin der chromatischen Tonleiter einen stimmenden Zusammenklanghaben kann. In der höchsten Abtheilung und Kammerreihe (o k) aberstelle man an den Enden des Halbkreises die nach dem Klänge vonDiatonos hyperbolcion hergestellten Besässe; in die zweitnächstenKammern die um eine Quart tiefer nach dem Klänge des Diatonosdiezeugmenon hergestellten; in die dritten die von dem Klänge desDiatonos synemmenon; in die vierten die um eine Quart tiefer nachdem Klänge des Diatonos meson verfertigten; in die fünften die mneine Quart tiefer nach dem Diatonos hypaton; in die sechsten dieum eine Quart tiefer nach dem Proslambanomenos tönenden; in dieMitte aber ein Gesäß nach dem Klänge der Mese hergestellt, weildiese sowohl als Octave zum Proslambanomenos, als auch zumDiatonos hypaton als Quinte gemeinschaftlichen Zusammenklanghat. —
6. Wenn aber Jemand dieß mit Leichtigkeit in Ausführungbringen will, so beachte er nur das am Ende des Buches nach musi-kalischem Gesetze gezeichnete Diagramm (Tonfigur), welches Aristo-xenos mit großem Scharfsinn und Fleiß nach der Eintheilung inTongeschlechter eingerichtet hinterlassen hat, wonach man, wenn mandiese Berechnungen im Auge hat, leichter im Stande sein dürfte,die Theater in einer der Stimme und dem Genuß der Zuhörer Rech-nung tragenden Vollkommenheit herzustellen *).
7. Es wird nun vielleicht Jemand sagen, daß Jahr für Jahrin Rom viele Theater gebaut worden seien, ohne daß man bei ihnenauf diese Dinge irgend Rücksicht genommen habe, aber er wird darinirrig sein, weil alle öffentlichen hölzernen Theater mehrfaches Bretter-werk haben, welches an und für sich tönen muß. Dieß aber kannman auch an den Kitharöden bemerken, welche sich, wenn sie in einerhöheren Tonart singen wollen, nach den Thürflügeln der Seen« hin
*) Die Tonfigur ist verloren, aber nach dem Texte leicht nicht blos für diedrei Tonleitern herzustellen, sondern auch in unsere musikalische Sprache zu über-tragen. (Vgl. besonders AristoxenoS und EukleideS.)